Das in Mainz ansässige Indietronic-Trio Dynarchy hat ein neues Musikvideo zu ihrer Single “Pushing the Daisies” veröffentlicht. Die Single, die bereits auf dem 2018 erschienenen Album “Kingdom” zu hören ist, klingt wie ein von der Sängerin sanft ins Ohr geflüstertes Geheimnis, das von einem gleichmäßigem, akzentsetztendem Gitarrensound angetrieben wird. “Pushing the Daisies” erscheint nun als ein detailverliebtes Musikvideo im Stile eines Daumenkinos, in dem die Stimme der Sängerin Nadjana Gaffron wunderbar mit den sehr persönlichen Zeichnungen des Gitarristen harmonieren.

“Ich hätte nicht gedacht, dass das Musikvideo einmal fertig wird”, hätte Ruben Hartwig, Schlagzeuger der Band Dynarchy, kurz vor der Veröffentlichung des Musikvideos zu “Pushing the Daisies” am 12.3.2021 zu Daniel Gaffron, dem Macher des 3:34 Minuten Clips gesagt. Während einer Zoom-Konferenz erzählt uns Daniel dann auch, dass er selbst die Arbeit an den Zeichnungen, die vor drei Jahren begannen, aufgeben wollte. Dann brach jedoch die Coronapandemie aus und auf einmal hatte der Gitarrist viel Zeit. “Ich traue mich oft an Dinge ran, die ich garnicht kann. Ich scheitere oft, aber trotz allem habe ich die Kraft des Neuanfangs,” sagt Daniel über sich selbst. Diese Kraft sei es dann auch gewesen, die ihn dazu bewog, ohne Vorwissen Zeichnungen über Adobe Illustrator anzufertigen. Er habe oft “Lust auf etwas Neues und mache es dann einfach”, erklärt der Zeichner sein Vorgehen.

Entstanden ist am Ende, nach 1000 gezählten Tagen, ein mehrminütiges Musikvideo mit fünf Zeichnungen pro Sekunde, das Elemente aus dem Art House Film Waking Life, Janoschs Traumstunde und Stummfilmen wie die von Charlie Chaplin aufgreift. Jede Zeichnung ist somit ein digitales Gemälde für sich und steckt voller Detail. Der Song gilt als eine Hommage an die gleichnamige TV-Serie Pushing Daisies. In der auf ABC erstmals ausgestrahlten Serie geht es um den jungen Ned, der mit einer einzigen Berührung tote Menschen zurück ins Leben holen kann. Szenenbildgestalter Wylie sagt über die Produktion, dass sie wie ein illustriertes storybook gemacht werden und dabei eine Mischung aus Amelie und einem Tim Burton Film sein sollte (TV GUIDE).

Song und Musikvideo von Dynarchy haben in der Tat etwas von einem illustrierten Tagebucheintrag, der der Frage nachgeht, wieso man im Leben nicht das, was man hat, wertschätzt: “But why can’t I appreciate this lovely part in this game?”. Eine Antwort auf die letzte Zeile des Videos gibt uns Daniel Gaffron am Ende des Gesprächs selbst. Das Leben sei zu kurz und “man sollte es nicht damit vergeuden, anderen Dingen hinterher zu träumen und sich stattdessen über das freuen, was man gerade in diesem Moment hat”.