Auch im Genre Rap/Hip-Hop war, vor allem auf lokaler Ebene, im Jahr 2020 einiges los. Unsere Autorin Daria hat für Euch ihre 11 Favoriten zusammengestellt.

Ich starte mit Ace Tee (Bild), die mit ihrem Tape ACE X dieses Jahr so eingeschlagen hat, dass sie euch definitiv perfekt in diese Playlist einleiten kann. Harte Beats, selbstbewusste Lyrics, und “Steez” in Musikvideos, Stories und sonstwo – Ace Tee ist eine Allrounderin. Die Adlib-Queen Deutschlands beweist damit, dass sie aus dem deutschen und internationalen Rapgame nicht mehr wegzudenken ist.

Mit 35 Millionen Streams ist Symba wahrscheinlich nicht mehr Untergrund, aber seinen bescheidenen Untergrund-Sound verliert er nicht. Ich erinnere mich an einen Sommer, in dem jede:r Wortspiele aus dem Titel seiner erfolgreichen Single gesungen, gerappt, getwittert hat und das Lied auf den meisten Kopfhörern der Jugend lief, deshalb darf Angels Sippen hier auf keinen Fall fehlen.

Mit diesem einzigartigen Beat auf seinem Tape Berbere ist Jakepot dieses Jahr als Producer ins Game geschlittert. Für das Tape hat er sich Freunde wie z.B. Gianni Suave dazugeholt. Die beiden Frankfurter zeigen mit “Newcomer Forever” einen guten Vorgeschmack auf ihre Kreativität – Jakepot mit seiner Vorliebe für außergewöhnliche Samples und Gianni Suave für seine messerscharfen, ausgeklügelten Lyrics. Schnallt euch an für 2021!

Diese politische Hymne des aufstrebenden Ansu war wichtig dieses Jahr. Racial Profiling, struktureller Rassismus, Lebensrealitäten von Schwarzen Menschen in Deutschland verpackt er hier in 2:34 Min. und schreibt damit für viele Betroffene den Song, den sie sehr fühlen und in dem sie gehört werden.

Und wir machen politisch weiter. Zum 30. Geburtstag des verstorbenen Rappers SAM nehmen Chima Ede, Booz, Nura, Ahzumjot, Kelvyn Colt, Lary und reezy seinen Track “Da wo du herkommst” neu auf und sprechen nach diesem Jahr, in dem eine anti-Schwarze rassistische Schlagzeile nach der anderen kam, ihre eigenen wichtigen Gedanken und Erfahrungen an.

Celo & Abdi kündigen ihr neues Album Mietwagentape 2 an und direkt die erste Single “IBB” haut ein wie ein Meteorit. Sie orientieren sich am klassischen Mietwagentape-Sound, bringen aber neue Elemente ein. Der Track fühlt sich auf jeden Fall genau an wie Kickdown auf der Ignatz-Bubis-Brücke und ich kann’s nicht mehr abwarten bis das Album am 08. Januar kommt.

Haiyti droppt dieses Jahr einfach zwei ganze Alben(!) mit 15 und 19 Tracks und ist generell die Künstlerin, die in Deutschland am kontinuierlichsten krasse Dinger abliefert. Ihr Sound ist unvergleichlich und sie beweist mit jedem Release mehr, wie sehr sie ihren festen Platz auf dem Schirm ALLER Hip-Hop-Fans verdient hat.

Pashanim wurde letztes Jahr mit “Shababs botten” groß, aber auch dieses Jahr fehlte er auf keiner Hip-Hop-Playlist. Mit “Hauseingang” schlägt er etwas leisere und nachdenklichere Töne an, aber bleibt seinen Nike TNs und seinem Scheine-Zählen treu. Pashanim schreckt nicht vor Experimenten zurück, sein dritter Track “Airwaves” mit House-Beat und chartstauglicherem Vibe ist mit 80 Mio. Streams bisher sein erfolgreichster.

Hafti Abi is back! Ich weiß noch wie ich RADW das erste Mal gehört hab, ich saß entspannt bei Sonne am Rheinufer und dann kam dieser brachiale Beat und Hafti wie er “einfach reinschreit.” Er steht mit Rücken an der Wand und hat aber auch alle anderen Rapper mit diesem Comeback kurz an die Wand gestellt. Und dann hat er direkt noch das zweite Album für dieses Jahr angekündigt, Das Schwarze Album, aber darauf lässt er uns wohl noch länger warten.

“Cutte deinen Neck Bitch, nenn’ mich Choppaaa” – keine Ahnung wie oft ich Anfang des Jahres diesen Ohrwurm hatte. Laylas Debut sorgt mit diesen tiefen Piano-Chords direkt für Kopfnicken und Stankface. Das ist die Attitude, die wir brauchen. Mit den vier anderen Tracks dieses Jahr hat sie nochmal vier andere Styles gezeigt, mal sehen ob in Zukunft noch mehr Experimente kommen!

Und das Schlusslicht bilden diese zwei krassen Rapperinnen, die das komplette internationale Game mit WAP dieses Jahr gefühlt resettet haben. Neben Diskussionen, ob Frauen sich überhaupt so sexualisieren dürfen (pah dumme Frage, wir dürfen alles, wozu wir uns selbst entscheiden) gingen die Streams und Klicks hoch, die beiden US-Rapperinnen schreiben uns die Hymne, die wir als Frauen dieses Jahr und immer hören wollen. Nur schade, dass wir bisher nicht die Chance hatten, diesen Banger im Club zu hören… Naja, vielleicht im nächsten Jahr!

Die ganze Playlist: