Best of 2020: Indie Soul

Foto: Magda Knyszynski

Ein wildes Jahr 2020 geht zu Ende. Vieles blieb auf der Strecke, auf so manches Vorhaben musste verzichtet werden. Für gute, neue Musik wurde aber auch in diesem Jahr gesorgt. Die Autoren von Fauves haben für euch einige Highlights des Jahres 2020 zusammengestellt, aufgeteilt nach Genres. Den Anfang macht Tobias, der sich in der Kategorie Indie Soul bestens auskennt. Seine für Fauves zusammengestellte Playlist rückt vor allem junge, aufstrebende Künstler*Innen in den Mittelpunkt, die dieses Jahr mit aussagekräftigen Texten und einem „nicht nach aufgesetzt wirkendem Verzweiflungsgejaule” überzeugten.

„Das Jahr 2020 hat diese spektakuläre Musik eigentlich gar nicht verdient. Bitter nötig ist sie trotzdem“ (Daniel Gerhardt, Die Zeit). Dieses Zitat zu der Band SAULT passt meines Erachtens hervorragend zu dem britischen Kollektiv. Die anonyme Soulband singt Protestsongs gegen Rassismus und stellt mit „Wildfires” eine Hymne der BLM-Bewegung.

Passend dazu möchte ich euch Arlo Parks ans Herz legen. „The sound of young London” (thestandard.co.uk) verzaubert mich mit ihrer Stimme. Ihr Track „Eugene” weckt die Sehnsüchte der Jugend, dem teils blinden Verliebtseins, und richtet den Fokus auf das Hier und Jetzt. Arlo Parks eignet sich wunderbar für einen Abend vor Kaminfeuer, Keksen und Weißwein … und natürlich mit den Träumen der Jugend.

Mit ihrem ausdrucksstarken Gesang und ihren tiefgründigen Texten überzeugt mich die indisch-amerikanische Sängerin Samica. Sie erinnert mich an Arlo Parks, ihr Sound wirkt jedoch auf mich ein wenig verträumter, manchmal auch, wie in „Call me”, verbitterter.

Melanie Faye (Bild) ist ein Name, den man sich merken sollte. Sie ist eine junge, äußerst talentierte Musikerin, und weiß, ob am Bass, als Songschreiberin oder auch als Produzentin, zu überzeugen. Faye teilt bereits mit den ganz Großen der Szene die Bühne und ist auf dem besten Weg dahin, ebenfalls eine Große zu werden.

„Deep End” ist ein Song, den Fousheé nach den Aufständen in Minnesota anlässlich des gewaltsamen Todes von George Floyd fertig schrieb. Im eher minimalistischen Song spürt man Verzweiflung und Wut, aber auch Hoffnung. Die Sängerin präsentiert sich als vielschichtige Künstlerin: Sie singt, rappt und spielt Gitarre. „’Deep End’ ist erst der Anfang von Fousheé“, schreibt Philipp Kressmann von 1 Live. Wir sind gespannt.

Auf Liv.e hat mich Tyler, The Creator gebracht und ich bin ihm wahnsinnig dankbar dafür. Liv.e ist ein aufstrebendes Sternchen der R&B Avantgardeszene. Sie hat einen fast gemütlichen Sound. Experimentell und endlich mal kein aufgesetzt wirkendes Verzweiflungsgejaule. Mehr davon.

Überlegt euch mal, der Junge (Steve Lacy, d. Redaktion) ist 22 Jahre alt. Schon im Highschoolalter wurde er als 18 Jähriger mit seiner Band The Internet für einen Grammy nominiert, mit 19 folgte dann die Hitsingle „Dark Red“, die er mit seinem iPhone produzierte. Daraufhin folgten viele collabs, nun scheint ihm die ganze Welt offen zu stehen. Man darf gespannt sein, was als nächstes kommt.

Optimistischer Song, der für Kevin Parker als Herzstück des 2020er Album „The Slow Rush” von Tame Impala gilt. Startend mit einem Klavier, baut der Song sich Schicht für Schicht mit Synthesizer und Drums auf, inspiriert durch Balladen von Supertramp und Meat Loaf.

„I’m so into you, but I don’t know where I’ve been / I just want you to, to take me where your heart is”. Warum ist mir das nicht mit 21 eingefallen…

Danke Tobi, für diese schöne, gut abgestimmte Playlist.

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