Rettet die Popkultur: pop rlp spricht im Interview über ihre Spendenaktion

Die Corona Pandemie dauert weiterhin an und darunter leiden unter anderem auch Musiker*Innen. Wenn wir nach der Coronazeit wieder ausgelassen auf Konzerte gehen und neue Musik entdecken wollen, brauchen Musiker*Innen jetzt unsere Unterstützung! Deshalb möchten wir in diesem Interviewbeitrag auf pop rlp und ihre aktuelle Spendenaktion Rettet die Popkultur RLP aufmerksam machen.

Wofür setzt sich pop rlp ein und inwiefern hat die Corona Krise dies verändert bzw. auch eure Möglichkeiten/Angebote eingegrenzt?

Pop rlp, als Kompetenzzentrum für Popularmusik in Rheinland-Pfalz setzt sich für die Verbesserung von Rahmenbedingungen für die Popmusikkultur ein. Im Vordergrund steht dabei die Förderung von Newcomern.

Die Corona-Krise hat zunächst einmal in unserer täglichen Arbeit die Kommunikation intern wie extern verändert. Statt persönlichen Meetings machen wir nun Video-Konferenzen und natürlich ist auf allen Ebenen die Fragestellung gleich: Wir bringen wir unsere KünstlerInnen gut durch diese schwere Zeit. Daran arbeiten wir derzeit auch mit einer Spendenkampagne www.rettetdiepopkultur.de, die ganz gut anläuft.

Wir betreiben auch ein großes Workshop-Programm für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche, denen wir es ermöglichen wollen selbst Musik zu machen. Diese Workshops finden in Schulen und Jugendzentren statt und pausieren leider aktuell alle, und wir können auch erst nach Ende des Shutdowns dort wieder aktiv werden.

Unser Förderprogramm, die pop rlp Masterclass, können wir auch dezentral betreiben. Unsere internationalen Programme wie die grenzübergreifende Bandförderung mit KollegInnen aus Frankreich, Belgien und Luxemburg pausiert gerade und wir sind im engen Austausch über die Optionen.

Wofür wird gespendet und wie wird das Geld verteilt?

Mit unserer Spendenaktion möchten wir in Not geratenen Akteuren der Popmusikszene helfen. Man kann über das Spendenportal www.rettetdiepopkultur.de einen Antrag auf Unterstützung stellen. Wir haben für die Verteilung bzw. für die Entscheidung wer gefördert wird eine unabhängige Jury eingesetzt, die individuell entscheidet, wer berücksichtigt werden kann. Ich hoffe, dass wir am Ende der Kampagne genügend Mittel eingeworben haben.

Außerdem veranstaltet ihr gerade regelmäßig exklusive Live-Streaming Shows auf eurem Youtube Kanal. Wann finden diese statt und auf welche Künstler*Innen kann man sich noch freuen?

Ja, der Plan ist nun immer mittwochs und sonntags ab 19:00 h online zu gehen und diverse KünstlerInnen zu präsentieren. Den Anfang hat Nicholas Müller gemacht und es haben insgesamt 2.400 Menschen reingeschaut. Auch der eingespielte Spendenertrag war gut. Wir stehen derzeit noch am Anfang der Streaming-Reihe und sind mit einigen KünstlerInnen im Gespräch, dabei versuchen wir auch ein wenig spartenübergreifend zu agieren. Unsere Facebook und Instagram Accounts halten euch über die aktuellen Entwicklungen und kommenden Acts auf dem Laufenden.

Sind noch weitere Aktionen geplant?

Über die Spendenaktion hinaus, die ja von den Streaming-Konzerten flankiert werden, sind wir als Kompetenzzentrum für Popularmusik in Rheinland-Pfalz ein wichtiger Ansprechpartner für die Kulturpolitik in Rheinland-Pfalz und auch in regelmäßigem Austausch. In Person unseres geschäftsführenden Vorsitzenden Markus Graf sind wir darüber hinaus im Präsidium des Landesmusikrats und des Bundesverbands Popularmusik e.V. Wir versuchen auf allen politischen Kanälen auf die Bedeutung von Kultur und hier natürlich im speziellen der Popmusikkultur hinzuweisen und auf die Tatsache, dass Hartz 4 am Ende des Tages nicht die Lösung für Akteure in diesem Bereich sein kann. Wir fordern einen eigenen Solidarfonds des Landes für die Kultur.

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