Concerts at home #4: Kapelle Petra @ Open Flair 2019

Foto: Sonja Berg

In einer Zeit, in der Outdoor-Aktivitäten –besonders solche, bei denen viele Menschen an einem Ort zusammenkommen– vorerst gestrichen sind, ist die Festival-Sehnsucht besonders groß. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, sich viele schöne Gedanken in den Kopf zu holen. Und wie ginge das besser, als mit guter Musik und der Erinnerung an warme, sonnige Tage auf einem meiner liebsten Festivals: dem Open Flair.

Im vergangenen Jahr hat die Band Kapelle Petra dort neben ihrer Show auf der Seebühne auch einen kleinen Gig auf Mordor (aka dem Zeltplatz) gespielt. Teil dessen war der Song „Darauf stoßen wir an“. Immer wenn ich dieses Lied höre, denke ich daran, wie ich Arm in Arm mit meinen Freund*innen mitsinge, so laut ich kann. Ein Lächeln auf den Lippen, Sonne auf der Haut und im Herzen. Ein Gefühl, dass man sich meiner Meinung nach besonders aktuell so oft es geht ins Gedächtnis rufen sollte.

Das zugehörige Video fängt den Spirit des Festivals wunderbar ein. Auf dem Open Flair treffen sich jährlich am ersten Wochenende im August rund 20.000 der unterschiedlichsten Menschen. Die Einwohnerzahl der nordhessischen Kleinstadt Eschwege, in der das Festival stattfindet, verdoppelt sich dabei für knapp eine Woche im Jahr auf einen Schlag. Da das „Flair“ aber seit mehr als 35 Jahren stattfindet, sind die Anwohner natürlich schon vorgebrieft und verwandeln ihre Garagen beispielsweise kurzerhand in Getränkeverkäufe.

Und übrigens –so sagte mir ein Open Flair-Urgestein– ist und war das Open Flair besonders in seinen Anfängen vom Open Ohr in Mainz inspiriert. Parallelen kann man an einigen Stellen heute noch erahnen: Auch auf dem „Flair“ gibt es neben Musikkonzerten beispielsweise ein Kleinkunstprogramm und Performances von Walking Acts. Nur einer der vielen Gründe, aus denen sich die optimistische Planung eines sommerlichen Ausflugs zum jüngeren, aber größeren Festival-Bruder nach Eschwege vielleicht auch jetzt schon lohnt. Alternativ hilft ganz viel Musik hören, träumen und vielleicht auch mal anstoßen – das geht ja schließlich auch auf Distanz per Videoanruf.

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