Jettes Sänger Melody Connor spricht über neue Single “Hockey Smile”, Tour sowie Berliner & Mainzer Musikszene

Foto: Laura Carbone

Bei Jettes knallen die Korken, denn die Band um Melody Connor und Laura Lee veröffentlichen heute, 22.11., die Lead Single “Hockey Smile” von ihrer ersten EP. Am 10.12. sind sie außerdem im schon schön in Mainz zu sehen.

Da war doch was, wird sich jetzt wohl der ein oder andere fragen: Genau, Laura Lee ist Teil des international gefeierten Indie/Rock Duos Gurr. Und auch Melody Connor dürfte für viele kein Unbekannter sein – der Mainzer sorgte bereits durch sein Soloprojekt oder dem langjährigen Support für die Laura Carbone Band für Aufsehen.

Während Connor seine Leidenschaft für zeitgenössischen Garage und Surfrock einbringt, ergänzt Laura die Songs mit B52s-mäßigen Gesangsharmonien und ihrer Liebe für lo-fi Produktionstechniken. Das Ergebnis sind fünf grungy und energiegeladene Rock‘n‘Roll Songs, die sie bald auch live auf ihrer ersten Tour präsentieren. Apropos – schon mal brav vormerken, Jettes spielen am 10. Dezember ihre vorletzte Show im schon schön in Mainz.

Weil bei Jettes also gerade so einiges passiert, haben wir das zum Anlass genommen und uns mit Melody Connor zusammengesetzt. Dabei haben wir über die neuen Songs, die Mainzer/Berliner Musikszene und Charlie XCX gesprochen.

Hey Kevin, schön Dich wieder zu sehen.

Melody Connor: Ja, ich freu mich auch!

Heute ist Release Day eurer neuen Single “Hockey Smile”, ganz banale Frage vorne weg, worum geht’s in dem Song? 

Melody Connor: Ich hab’ das letzte Jahr in Kanada verbracht und dort ist Hockey halt ‘nen riesen Ding. Nur ums’ klar zu stellen: es geht um Eishockey und nicht um Feldhockey oder so. Das ist für Kanadier klar, für alle anderen muss mans’ aber nochmal dazu sagen. Und der Song selbst geht halt drum dass man manchmal auf die Fresse bekommt aber halt trotzdem lacht. Passiert mir ständig.

Heute in einer Woche genau, am 29. November, wird dann eure erste EP Hockey Smile veröffentlicht. War’s einfach, fünf Songs zusammen zu bekommen und welcher liegt Dir besonders am Herzen?  

Melody Connor: Einfach ist was anderes – wir hatten ein paar coole Leute, die uns unterstützt haben, sonst wäre das echt nicht so reibungslos gegangen. Wobei reibungslos auch übertrieben ist: Ich und Laura mussten uns erstmal auf vieles einigen und das war mitunter sehr nervenaufreibend. Allerdings sind glaube ich alle happy mit dem Ergebnis. Am speziellsten ist für mich tatsächlich “Street Lights” – hätte ich wahrscheinlich gar nicht veröffentlichtm wenn nicht viele Leute mir da rein geredet hätten. Der Song ist schon sehr persönlich und für mich ist’s ne neue Erfahrung so glasklar über irgendwas zu schreiben.

Wie läuft bei euch das Songwriting und Produzieren ab, gibt’s da bestimmte Rollen, wer bringt was mit ein? 

Melody Connor: Das meißte kommt von mir und Laura gemeinsam: Wir gehen in den Proberaum mit dem Vorsatz “a song a day”. Manchmal bringt auch jemand schon ne Idee mit. Am liebsten mag ich allerdings mit Laura zusammen zu sitzen und Lyrics zu schreiben – dass sind die Momente, wenn man wirklich über seinen Schatten springen muss.

Welche Bands beeinflussen maßgeblich euren Sound? 

Melody Connor: Das wechselt so schnell bei uns, das ist wirklich verrückt. Laura kommt vom Brit-Pop Sound und ich eher ausm’ Punk. Allerdings versuchen wir beide up-to-date zu bleiben und finden auch ständig neuen Krempel den wir austauschen. Zur Zeit sind wir auf nem Pixies und Breeders Trip, gucken uns alle Dokus an die wir finden können.

Laura und Du geht als Jettes das erste Mal zusammen auf Tour, was erwartest du von den Shows? 

Melody Connor: Ehrlich gesagt versuche ich die Erwartungen etwas gering zu halten – das ist aber auch so meine Natur. Ich stell’ mir das Schlimmste vor und freu mich dann wenn’s besser wird. Ich kann aber für mich und Laura sprechen wenn ich sage: die Jungs die mit uns spielen sind der absolute Knaller. Unsere beiden New Yorker, Mario und Mark, die beide haben so unfassbar viel Pop-Kultur Wissen, dass es manchmal etwas lächerlich ist mit was für Fun Facts die um die Ecke kommen. Fragt die mal was bei der Show, die wissen irgendwie alles.

Freust Du Dich schon auf das Konzert im Mainzer schon schön, für Dich ist es ja ein Heimspiel?

Melody Connor: Ja, da freu ich mich tatsächlich drauf – es gibt wahrscheinlich keine Bühne auf der Welt, auf der ich so viel Zeit verbracht hab’. Vor allem freu ich mich aber, dass es hoffentlich ‘ne große Familienfeier wird und wir danach ordentlich einen draufmachen und total viel rauchen. Kommst du auch?

Klar!

Melody Connor: Nagut.

Du warst eine Zeitlang in Seattle und das hat dich bekanntlich ziemlich geprägt, jetzt wohnst du in Berlin, welche Stadt ist für Dich als Musiker inspirierender?

Melody Connor: Inspirierender ist für mich Seattle – aber das liegt einfach daran, dass ich halt in Deutschland aufgewachsen bin. Dort drüben ist halt alles anders, alles West Coast und das Gehirn ist die ganze Zeit auf Dauerfeuer weil’s so viel neues zu erleben gibt. Lieb ich Berlin? Ne. Aber ich liebe alle Leute um mich rum. Ich war in meinem Leben noch nie so sehr in eine Szene involviert die so gut zu mir passt. Es fühlt sich manchmal an, als ob um mich rum einfach so unfassbar viele Leute sind die einfach alles können, was natürlich total geil ist um Projekte umzusetzen. Und das will ich grade nicht mehr aufgeben.

Was fehlt der Mainzer Musikszene? Du hast hier Ewigkeiten gelebt und hast nun einen Blick von außen, was muss sich ändern, damit die Stadt attraktiver für Künstler wird?

Melody Connor: Mainz hat das selbe Problem wie viele andere Städte. Zu wenig Platz zum Leben, zu hohe Mieten und deswegen kein Platz zum Proben. Ist natürlich kompletter Mindfuck um den sich halt so Politiktypen mal kümmern müssten. Macht aber keiner, weil alle zu beschäftigt sind mit Weinschorle trinken und Elfenbeintürme für Neureiche zu bauen. Das Schlimmste war für mich auch immer das Problem Drummer zu finden: Da gibt’s in Mainz nur ne Handvoll – wo sollen die denn auch proben? Aber da kann man viel reden, in Berlin ist das auch nicht alles zwangsläufig alles geiler, da gibts nur mehr Musiker die sich vernetzen und halt gemeinsam was überlegen um die Probleme anzugehen.

Welche Songs laufen bei Dir gerade in der Heavy Rotation? Hau mal deine aktuelle Top 5 raus. 

Melody Connor: Ey, mein Musikgeschmack ändert sich grad wieder so sehr. Ich steh auf erdige Sounds, viel Akustikgitarre. Check das mal aus:

  • Pixies – Catfish Kate
  • Big Thief – Not
  • Phoebe Bridgers – Motion Sickness
  • Sandy Alex G – Gretel
  • Shannon Lay – Nowhere

Alles jetzt nicht das unbedingt Neuste, aber das ist grad mein Vibe.

Mit I’m with the Band: Nasty Cherry lässt Netflix und Charlie XCX gerade ein verloren geglaubtes MTV Format wiederaufleben. Hast du schon reingeschaut, gefällt’s Dir? 

Melody Connor: Okay, ich hab das alles an einem Tag durchgeschaut und ich war 🔥, Feuer und Flamme. Ich liebe Charly XCX und das Konzept der Show ist wie für mich gemacht, hab’ voll mitgefiebert. Genau so schnell war meine Begeisterung aber dann auch zu Ende muss ich zugeben. Ich glaube was mir am besten gefallen hat war tatsächlich der Look und die Dramaturgie der ganzen Sendung – und ob die Band gut ist? Kein Plan. Ich würde auf’s Konzert gehen, aber nur weil ich so neugierig bin. 

Wie geht’s nach der Tour bei euch weiter? Dürfen wir uns auf neues Material freuen?

Melody Connor: So weit denken wir jetzt noch nicht, erstmal müssen wir die nächsten Tage gut hinter uns bringen. Danach wird weiter geplant. Wir leben voll im Hier und Jetzt, merkste, ne?

Kaum! Hab Dank für das Interview. Viel Spaß auf eurer Tour! 

Melody Connor: Auch Dir Danke, wir sehen uns!

🙏

Bereits im Mai hatten wir ausführlich über die Entstehungsgeschichte von Jettes berichtet –  hier geht’s zum Artikel. 

Jettes Tourdaten 

  • Nov 28           Oldenburg // Die Flänzburch
  • Nov 29           Hamburg // Raum
  • Nov 30           Bremen // Horner Eck
  • Dec 5              Mannheim // Kombinat
  • Dec 6              Marburg // Trauma
  • Dec 7              Saarbrücken // Karate Klub Meier
  • Dec 9              Aschaffenburg // Hannebambel
  • Dec 10            Mainz // Schon Schön
  • Dec 11            Berlin // West Germany Club

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