Leoniden: “Da sitzen wir dann als die aus den AZs gewachsenen kleinen Scheiß-Kieler neben den Toten Hosen oder so.”

Foto: Robin Hinsch

Alles immer noch eine “Ecke” perfekter machen, immer noch eins, zwei Konzerte mehr mitnehmen und dabei diszipliniert und motiviert bei der Arbeit sein – das sind Leoniden. Die Konkurrenz im englischen Indie-Pop/Rock Business ist groß, doch dank ihrer Arbeitsmoral, der belebten Norddeutschen Indieszene und schnellen, direkten Songs haben sie es bis ganz nach oben geschafft – von Musikmagazinen und Radios gefeiert. Am 20. Oktober spielen sie im bereits ausverkauften KUZ in Mainz. Vorband sind die in Mainz gut bekannten Dänen Go Go Berlin. Vorab haben wir Leoniden ein paar Fragen gestellt.

Ihr habt in den letzten zwei Jahren, seit das Debüt-Album 2017 erschienen ist, viel erlebt. Was hat euch dabei am besten gefallen, was nehmt ihr daraus mit?

Am meisten gefällt uns, dass wir das ganze Abenteuer noch immer nicht satt haben. In dem Pensum, in dem wir gearbeitet und gespielt haben, hätten wir das Musikmachen hassen gelernt, wenn es nicht wirklich das wäre, was wir fünf am meisten auf dieser Welt machen wollen. Wir lieben das. Es ist ein Geschenk, dass wir das machen dürfen. <3

Die Entstehung des ersten Albums habt ihr als sehr zeit-intensiv beschrieben. Auch beim zweiten habt ihr alles selbst gemacht und es unter dem eigenen Label veröffentlicht. Würdet ihr sagen, dass es einfacher ging als beim ersten oder ihr eher wusstet, was ihr wolltet?

Das zweite Album war im Endeffekt genau so viel Arbeit, wie das erste. Zwar haben wir davon profitiert, dass wir so viel gespielt und gelernt haben, wodurch wir schneller wussten was wir machen wollen, andererseits wollten wir alles noch eine Ecke „perfekter“ machen, weshalb es wiederum länger gedauert hat einen Song abzuschließen.

Wünscht ihr euch manchmal, ihr hättet euch nicht dafür entschieden, alles selbst zu machen?

Wir haben immer gesagt, dass wir uns bei Arbeiten abseits des Kreativen Hilfe suchen müssen, wenn wir Sachen nicht besser wissen als andere, oder uns die Zeit zum Musizieren fehlen würde. Unser Team ist viel größer als beim ersten Album, besteht aber immer noch ausschließlich aus Leuten, mit denen wir auch saufen und streiten können.

Eure Lieder haben alle viel Power und sind sehr unterschiedlich, mit den verschiedensten Sounds und Musikelementen, sodass es beim Hören der Alben nie langweilig wird. Wie findet ihr immer zu euren Sounds?

Ehrlich gesagt steckt die Antwort schon in der Frage drin. Denn wenn uns etwas langweilt, oder es uns wiedergekäut vorkommt, dann wird es einfach weggeschmissen. Da wird aber alle aus so verschiedenen Genres kommen und trotzdem eine gemeinsame Vision von guten Songs teilen, fehlt es uns eigentlich nie an neuen Ideen.

Auf Tour zu sein ist für euch wie eine coole Klassenfahrt oder ein gemeinsames Abenteuer, sagt ihr. Aber bestimmt istmso ein krasser Workload mit rund 100 Konzerten im Jahr auch sehr anstrengend. Hat sich deshalb euer Blick darauf geändert, so nach zwei Jahren “on the road“?

Da wir immer weiter gewachsen sind, gab es fast jeden Tag neue spannende Erfahrungen. Das hält einen total positiv im Rausch, wenn man merkt, dass man nicht stagniert. Und die kleinen Konzerte in Dänemark und den Niederlanden haben uns gezeigt, dass auch Shows wie vor fünf Jahren immer noch genau so Bock bringen wie am Anfang. Ich denke trotzdem, dass wir ab jetzt ein bisschen (NUR EIN BISSCHEN) weniger spielen werden.

Auf Tour oder auf Festivals habt ihr ja auch schon mit vielen anderen großen, bekannten Bands die Bühne geteilt. Wie fühlt sich das an, jetzt neben Bands im Backstage-Bereich zu sitzen, die ihr früher vielleicht selbst gefeiert habt?

Das fühlt sich schon richtig krass und unreal an. Vor allem auch deshalb, weil wir nicht wirklich das Gefühl haben, zu den „großen, bekannten“ Bands dazu zu gehören. Da sitzen wir dann als die aus den AZs gewachsenen kleinen Scheiß-Kieler neben den Toten Hosen oder so.

Und welche Band würdet ihr gerne mal treffen?

Statt einer anderen Band würde ich lieber ein paar Freunde treffen, für die ich in den letzten Jahren zu wenig Zeit hatte.

Bis zum Jahresende 2019 seid ihr noch auf Tour, auch außerhalb von Deutschland. Wie geht es weiter bei euch? Wird das Jahr 2020 auch wieder so wild?

Eine Tour weniger, sonst genau so ein Geballer und ihr wisst wahrscheinlich, was das alles beinhaltet. Danke für das Interview. <3 <3 <3

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