FYE & FENNEK on Kassel’s evolving music scene

Known for being home of documenta and folk group Milky Chance, Kassel has become an interesting spot for art and music lovers. More recently, Kassel’s music scene is gaining even more attention thanks to electro-pop duo FYE & FENNEK. For fauves they took us through their city and prepare us for Tuesday’s gig at schon schön in Mainz.

Wo seid ihr aufgewachsen und wo habt ihr als Jugendliche Musik gemacht und gehört?

Faye: Aufgewachsen bin ich auf dem Land, zwischen Marburg und Kassel, nahe dem Edersee. Ich hab Instrumente gelernt (Klavier, Schlagzeug) und irgendwann auch mit Freunden und in einer Bigband gespielt. Gesungen habe ich in einer Band erst im Studium. Wir hatten eine Rock-Pop Kombo, Bass, Drums, Gitarre, Gesang und haben in der Kunsthochschule geprobt und kleinere Auftritte gespielt. Musik gehört habe ich immer viel, meine Eltern sind musikbegeistert, mein Papa war viel auf Konzerten mit mir. Mein erstes Konzert, das ich gesehen habe, waren New Kids On The Block. Lieblingskassette war Salt ‘n’ Pepa.

Jan: Ich bin auch auf dem Land in der Nähe von Kassel. Ein kleiner Ort namens Helmershausen – war echt schön da, aber sehr ruhig.

Wie hat sich die Musikszene in Kassel seit eurer Jugendzeit verändert?

FAYE: Ich kann das erst ab dem Milky Chance-Hype beurteilen, der dafür gesorgt hat, dass sich seither mehr Leute was trauen und es mehr Bands denn je zu geben scheint. Ein großer Teil ist meines Erachtens im Singer-Songwriter Bereich unterwegs. Wir hatten vor ein paar Tagen die Band Fullax als Support. Die machen sehr coolen Elektro Pop mit deutschen Texten. Paulina Eisenberg und Rocko Beatbox sind weitere Künstler, mit denen ich auch eine Weile Musik gemacht habe.

Foto: Julia Szymik

Wie wird eigentlich eine Musikszene zu einer Musikszene?

FAYE: Ich denke, indem zum einen genug Leute ihre Musik öffentlich machen, also live spielen o. ä. und sich darüber hinaus mit anderen Musikern connecten. Es ist bereichernd, mit anderen Projekte zu starten, sich auszutauschen und zu supporten. Leider ist es oft so, dass erfolgreichere Bands sich mehr mit anderen erfolgreichen Bands austauschen, weniger die Szene prägen bzw Nachwuchsbands fördern. Wir haben kürzlich Facesontv supportet, eine belgische Band bei der man sehr gut erkennt, wie sehr die belgische Musikszene miteinander verbunden ist. Das wäre auch für Kasseler Künstler, bzw. über die Grenzen von Kassel hinaus, erstrebenswert. Der Begriff “Kasseler Schule”, den wir mitprägen, gilt eben auch diesem Gefühl vom gemeinsamen Aufbruch.

Wenn ihr die Musikszene in Kassel aus heutiger Sicht betrachtet, wie würdet ihr sie beschreiben? Wo und wer spielt die Musik?

FAYE: Ein paar Leute sind mir bekannt, wie schon gesagt, noch aus Studienzeiten. Es gibt aber auch viele, die sozusagen Nachwuchs sind und es gibt ein paar schöne Orte und Veranstaltungen. Das Kulturzelt lädt den ganzen Sommer internationale und regionale Künstler ein. Im K19 und im Unten finden regelmäßig Konzerte statt und es gibt schöne Openairs und Festivals … Das Musikschutzgebiet ist mein persönlicher Favorit.

Foto: Michelle Haupt

In Mainz gibt es immer wieder das Problem, dass viele Musikclubs in den letzten Jahren schließen mussten und es nicht viel Raum für Musik gibt. Gibt es dieses Problem in Kassel auch und wenn ja, wie wird damit umgegangen?

Jan: Ja das finde ich auch sehr schade! Hier gibt es eigentlich sehr tolles Potential!

FAYE: Die Szene verlagert sich. Es entstehen neue Subkulturen. Generell kennt man das Problem, glaube ich, aus den meisten Städten. In Kassel gab es neben dem alten Bahnhof immer tolle Räumlichkeiten. Das Unten und die Batterie z. B. Ein paar wenige Orte können sich halten oder wurden nochmal wiederbelebt, wie “das Haus”.

Inwiefern spielt eure Heimat auf eurer Platte „Separate Together“ eine Rolle?

FAYE: Heimat entsteht für mich tatsächlich mehr durch Menschen oder eine gemeinsame Gesinnung. Der Ort spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Es ist vielmehr so, dass man manchmal Gemeinsamkeiten dort findet, wo man sie weniger erwartet. Das viele Reisen und mittlerweile auch die Arbeit im Studio und das Touren lassen mich immer wieder in den Status “separate together” rutschen, den ich genieße, weil es eine Art Zwischenmoment beschreibt. Irgendwie ist alles immer mal getrennt, gehört aber auch zusammen. Selbst Fennek und ich sind manchmal separat aber auch ein super Team. Das muss so sein.


Main foto: Simon Hegenberg

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