Loft Arts

Einen Ort schaffen, an dem Künstler und Kunstinteressierte ein Zuhause finden – das ist die Vision von Leonard Stolz und Niklas von Klitzing als sie Anfang des Jahres das Projekt „Loft Arts“ ins Leben rufen. Einen Veranstaltungsort, an dem es keine aufwendige Konstruktion geben soll, um Künstlern eine Bühne zu bieten und keinen separierten Zuschauerraum, um das Publikum in die Zuhörerrolle zu verweisen – im Gegenteil. Wer die Loft in der Mainzer Neustadt betritt, trifft auf raue Wände, alte Glasfenster und Dielenböden, die unter den bunten Teppichböden versteckt sind. Hinter dem Namen Loft Arts verbirgt sich ein Konzept, das Kulturveranstaltungen wie Konzerten, Lesungen oder Talkformate eine Plattform bieten möchte – in einer Umgebung, die einem Wohnzimmer gleicht.

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„Loft Arts“ steht für die beiden Freunde Leonard Stolz und Niklas von Klitzing. Schon seit der 7. Klasse sind sie befreundet, teilen Wünsche, Ziele und Visionen. Bei einem Feierabendbier kommt ihnen Anfang 2018 die Idee, mehr aus der verträumten Örtlichkeit zu machen, die eine Bekannte in einem Mainzer Hinterhof versteckt hält. Die zwei Freunde beschließen, Kulturveranstaltungen – ein Gebiet, auf dem sich Leonard Zuhause fühlt – mit dem zu verbinden, was Niklas besonders gut beherrscht: Filme und Videoaufnahmen. So entsteht das Konzept, Größen der Kulturszene in die Neustadt-Loft zu holen und diese Events dann in Videoaufnahmen festzuhalten. „Wir wollten eine Kulturplattform schaffen, die hochklassige Konzerte und Kulturveranstaltungen organisiert und der Mainzer Kulturszene als neue Anlaufstelle dient“, erklärt Leonard. Das erste Konzert gibt Leonard selbst mit seiner Band „Into The Blue“. Danach folgen Mainzer Lokalgrößen wie Franzi Aller und die Tonkombüse.

Was Leonard und Niklas wirklich meinen, wenn sie versuchen ihr Vorhaben zu beschreiben, wird klar, wenn man selbst Zuhörer einer Veranstaltung ist  – zum Beispiel bei dem Konzert von Franzi Aller vor ein einigen Wochen. Je näher das Konzert rückt, desto schneller füllt sich der Raum mit Zuschauern. Mit einem Gude-Bier in der Hand sind alle Anwesenden gespannt darauf, was der Abend bringt. Als Leonard dann das Mikrophon in die Hand nimmt und die bevorstehende Künstlerin ankündigt, werden die Gespräche leise. Danach folgt ein Konzert, das den Anwesenden aber auch Leonard selbst in Erinnerung bleiben wird: „Das Konzert Franzi Aller hat uns als Loft Arts besonders beeindruckt, weil wir gemerkt haben, wie zufrieden das Publikum und auch die Künstlerin war und wie beide Parteien nach dem Konzert ohne Zögern in Austausch getreten sind – genau das haben wir uns gewünscht!“

Das sagt Mainz über Loft Arts

Das war das individuellste tollste Jazz-Konzert, das ich von so jungen Menschen gehört habe. Diese kleine Atmosphäre hier schafft eine persönliche Individualität, eine persönliche Verbundenheit. Das habe ich so noch nicht erlebt.

Ich finde diesen Altbau hier besonders schön. Ich kann mir vorstellen, dass hier Musik jeder Art gespielt wird und ich würde auch jeden Fall gerne wiederkommen.

Loft Arts ist für mich etwas Familiäres. Vertraute Leute, die die Musik nach außen tragen wollen. Ein Stück Musikevolution.

 

Obwohl Leonard und Niklas schon längst die ersten Meilensteine beschritten haben, reifen ihre Zukunftspläne mit jeder Veranstaltung weiter: „Unsere langfristige Idee ist, dass wir uns auf nationaler Ebene etablieren, mit unserem Format Loft Arts und vor allem mit dem dazugehörigen Onlineangebot.“ Damit meint Niklas die Idee, Loft Arts und alle damit verbundenen Veranstaltungen nicht nur einem ausgewählten Mainzer Publikum zugänglich zu machen, sondern über einen YouTube-Kanal auch einen weitaus größeren Zuschauerkreis teilhaben zu lassen. Auch sollen bald weitere Veranstaltungsräume erschlossen werden und unter dem Dachkonzept „Loft Arts“ verwaltet werden. Bis dahin kann der Zugang zu den Veranstaltungen aus Platzgründen weiterhin nur eingeladenen Gästen ermöglicht werden. Der Weg zur Einladung? Über kontakt@loft-arts.com können sich alle Interessenten melden, die einmal Teil einer Loft Arts Veranstaltung werden möchten. „Ein großer Traum wäre es Max Herre oder Patrice in unserem Wohnzimmer begrüßen zu können“, sagt Leonard zum Abschluss. Dieses Vorhaben klingt mutig, ist aber alles andere als unrealistisch. Denn das Konzept „Loft Arts“ sollte Künstler und Kunstinteressierte auch außerhalb des Dom Schattens nicht verwehrt bleiben.


Text: Sissy; Hauptfoto: Sissy; Konzertfotos: Ponkhar Jakob Eder; Interviewfotos: Philipp
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