Louis Grote

Im Sinne eines Frank Sinatras oder Michael Bublés singt und spielt Louis Grote Jazz und gilt seit langem als Geheimtipp in der Musikszene von Mainz. Vor kurzem ist er bei LoftArts aufgetreten, nun folgt ein Konzert am 13.7. im Frankfurter Hof mit Jakob Lüffe im Duo. Sie werden als Support für Melodie Gardot & Band spielen. Vorab ein Interview mit Louis.

Jamie Cullum, ein sehr bekannter Jazzsänger, kam erst über Hiphop Größen wie A Tribe Called Quest oder Q-Tip, die viele Jazzlieder sampelten, zum Jazz. Wie war es bei dir?

Witzigerweise war Jamie Cullum selbst bei mir ein riesiger push in Richtung Jazz! Ich würde sagen ich habe immer sehr gerne Musik gehört und genau hingehört, was ich interessant finde. Und so kam ich vom einen zum nächsten, der Hunger nach Details und musikalischem Witz wurde dann immer größer. So kam ich dann schnell von Sting oder der „Swing when you’re winning“-Platte von Robbie Williams über eben Jamie Cullum bis zu allen Jazzriesen, die ich jetzt nicht aufzählen kann.

Was fasziniert dich am Jazz?

Im Jazz findet für mich die unmittelbarste Kommunikation zwischen einem Künstler und dem Publikum statt. Wenn ich ein Jazzkonzert höre, habe ich auf einer bestimmten Ebene, (wenn die Musiker gut sind) das Gefühl, auf eine Weise das Innerste dieser Persönlichkeiten zu sehen. Das ist schon etwas Besonderes, diese spontanen Geschichten aus Vokabeln, die niemand so richtig greifen aber doch jeder irgendwie verstehen kann. Und ganz abgesehen davon, klingt es doch einfach tierisch!

An welche Ikonen aus dem Jazz wendest du dich, wenn du Inspiration suchst?

Bill Evans gibt mir eigentlich jedes Mal wenn ich ihn höre unglaublich viel Inspiration. Er macht einfach genau sein Ding, man hört sofort jedes Detail seiner Emotion und weiß sofort wer da spielt. Das finde ich ein ganz wichtiges Merkmal als Musiker.

In letzter Zeit habe ich ein paar Sachen von Monk gecheckt und habe den Witz und die unkonventionelle Art zu schreiben total lieben gelernt. Das möchte ich jetzt auch mehr versuchen.

Wenn du dich für einen Musiker entscheiden könntest, mit dem du gerne kollaborieren würdest, wer wäre es und welches Lied würdest du singen?

Das wäre zur Zeit sicherlich Jacob Collier und mit ihm würde ich seine Eigenkomposition „In the real early morning“ singen.

Inwiefern hast du dich an der Uni Mainz musikalisch weiterentwickelt?

In Mainz hatte ich ein super behütetes Umfeld um mich einfach im Überaum zu verkriechen und Handwerkszeug zu checken. Stimmlich konnte ich für mich einige Fragen beantworten und was das Phrasing und die Time angeht, habe ich glaube ich mittlerweile einen ganz schönen Wiedererkennungswert. Auch am Klavier konnte ich einige Sachen noch vertiefen, sodass ich mich bald auch im Trio selbstbegleiten will.

Was möchtest du mit dem Publikum teilen, wenn du auf der Bühne stehst und singst?

Ich mag es total gerne auf der Bühne ein ganz enges Verhältnis zum Publikum aufzubauen. Ich versuche immer gleich auf eine Weise mit dem Publikum zu reden, als wäre ich eigentlich ein Teil von Ihnen. In dem Rahmen habe ich dann die Möglichkeit, bei einer schönen Ballade mein Herz auszuschütten, und mich verstanden zu fühlen, aber gleich im nächsten schnellen Stück eine genauso enge Verbindung zu haben.

Du unterrichtest auch Jazz-Gesang. Was für einen Rat gibst du deinen Schülern mit auf dem Weg?

Ich versuche meinen Schülern natürlich zunächst mal eine gesunde Art und Weise zu singen beizubringen, richtige Atemtechnik etc.. Das Wichtigste für mich ist es aber immer, dass Sie früh anfangen, sich selbst gut zuzuhören, sich selbst aufzunehmen und ganz ehrlich mit sich selbst die Dinge filtern, die Ihre Persönlichkeit ausmachen und das dann zu fördern.

Wie würdest du die Jazzszene von Mainz beschreiben?

Phänomenal. Für die Größe der Stadt finde ich es schon bemerkenswert, wie viel hier abgeht. Schon schön. ESG, KuKaff, Schick&Schön, LoftArts und so weiter… ich weiß es total zu schätzen, dass es hier so viele Cats gibt, die Arbeit und Zeit investieren um diese Musik hier lebendig zu halten.

Am 13.07. bist du mit Jakob Lüffe im Duo das musikalische Vorprogramm zum Mainact Melodie Gardot & Band. Was wird man von euch zu hören bekommen?

Mit Jakob Lüffe habe ich einfach mega viel Spaß auf der Bühne. Ich glaube wir mögen beide genau das Gleiche und so haben wir bei der Programmauswahl versucht, Sachen zu finden, in denen wir diese Spielfreude rüberbringen können. Es wird ein paar Eigenkompositionen geben, und einige mehr oder weniger bekannte Sachen in einem etwas anderen Gewand.

Was wird es in Zukunft noch von dir zu hören geben?

In Zukunft hoffe ich vor allem darauf, mein Trio an den Start zu bringen. Die Übephase ist zwar noch lange nicht an einem Punkt, wo es mir reicht, trotzdem habe ich mir jetzt die Frist gesetzt, einfach mal anzufangen. Ich glaube das wird total cool. Ich werde dann selbst Klavier spielen und singen und eine Mischung aus eigenen Stücken und lieblingsstücken von mir präsentieren.

Man darf gespannt sein. Wir freuen uns, in Zukunft mehr von dir zu hören! 


Text: Philipp; Foto: Vincent Brod

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