Jan Felix May + Torun Eriksen

Als „Wunderkind“ (Augsburger Allgemeine, 2017) und „Ausnahmetalent“ (Burghauser Anzeiger, 2016) wird der Mainzer Pianist Jan Felix May in der Presse beschrieben. Er sei ein Meister unverbindlicher Melodien, die er mit dem mächtigen Rhythmus seiner linken Hand konfrontiert“ (Odenwälder Zeitung, 2015). Fauves hat ihn in der Hochschule für Musik Mainz besucht und durfte vor Ort in das neue Album reinhören, das im Oktober erscheint. Im Interview erzählt er über seine Liebe zu Paris und seine Zusammenarbeit mit Torun Eriksen. Am 29.5. spielt er mit dieser Sängerin aus Norwegen in einem Doppelkonzert mit der Bigband der Hochschule für Musik Mainz und Joachim Ullrich im Frankfurter Hof in Mainz.


Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Torun Eriksen?

Ich saß 2016 bei der Verleihung des SWR Jazzpreises, bei der die Pianistin Julia Hülsmann ausgezeichnet wurde, im Publikum. Sie hat mit Torun Eriksen zusammen ein Duo-Projekt, in dessen Rahmen sie interessante Sachen machen – wie z.B. Shakespeare Vertonungen. So habe ich Torun Eriksen zum ersten Mal per Zufall gesehen und war von ihrem Gesang absolut fasziniert. Sie strahlt auf der Bühne eine unglaubliche Präsenz aus, ihre Stimme hat mich umgehauen. Ich wollte unbedingt mit ihr zusammenarbeiten und sie auf meinem neuen Album mit dabeihaben.

Nach dem Konzert bin ich wie ein Groupie zu ihr gelaufen und habe ihr gesagt, wie gut mir das Konzert gefallen hat und sie gefragt, ob ich ihr etwas von mir schicken darf. Das habe ich dann gemacht … und das hat ihr gut gefallen. Daraufhin hat sie zugestimmt, mit mir zusammen zu arbeiten. Sie ist nun auf meinem Album zu hören, auf einem Track. Sie hat für die Tour auch einige Texte auf meinen Wunsch hin ins Norwegische übertragen und singt sie in ihrer Sprache. Letzten Sommer haben wir auf dem palatia Jazz Festival gespielt und dieses Jahr gehen wir geimeinsam auf Tour.

Wo siehst du eine Schnittstelle zwischen deiner und ihrer Musik?

Stücke, die ich schreibe, sind stilistisch nicht so ganz klar kategorisierbar. Ich komme zwar ursprünglich aus dem Jazz – spiele auch immer noch Jazz – aber mit dieser Band, mit der ich arbeite, spiele ich mittlerweile eine Mischung aus verschiedenen musikalischen Einflüssen. Ich beschreibe uns immer als eine Rockband mit einem Elektrosound, gespielt von Musikern, die ursprünglich aus dem Jazz kommen. Diese Art von Musik lehnt sich an populäre Musik an – Torun Eriksen befindet sich, meiner Meinung nach, in einem ähnlichen „Grenzgebiet“ zwischen Pop und Jazz – grob ausgedrückt. Ich finde, dass unsere Musikstile deswegen auch gut zueinander passen.

Du hast ein neues Album in petto. Wo ist es aufgenommen worden und wann wird es veröffentlicht?

Das Album kommt Anfang Oktober bei Deltamusic raus. Vor der Release Tour geben wir noch in China ein paar Konzerte. Wir haben über ein Jahr lang am Album gearbeitet. Es wurde in Paris aufgenommen. Als Gaststars für einzelne Tracks sind Torun Eriksen, die deutsche Synchronstimme von Robert De Niro (Christian Brückner) und die Mainzer Bassistin Franzi Aller zu hören.

Wieso Paris?

In diesem Pariser Studio haben sehr viele Vorbilder von mir wie Brad Mehldau oder Gerald Clayton bereits ihr Album aufgenommen. Der Flügel, der sich in diesem Studio befindet, ist mega cool – an den wollte ich dran. Außerdem ist Paris für mich ein besonderer Ort. Ich habe vor, in naher Zukunft nach Paris zu gehen, weil dort mein Herz hängt. Eines meiner größten Vorbilder, Jacques Brel, ein belgischer Chansonnier, hat die meiste Zeit seines Lebens in Paris verbracht. Ich kenne alles von ihm. Seine Persönlichkeit, seine Ausstrahlung, seine Themen und seine Musik, all diese Dinge faszinieren mich bis ins Letzte.

Meine Musik kann man höchstens vom Energie-Level mit ihm vergleichen, „immer weiter und immer mehr“, keine Pause gönnen – Verarbeitung von sehr viel Information.

Wie bist du zum Jazz gekommen?

Ich habe als 12. Jähriger Oskar Peterson gehört und war von seiner Energie so beeindruckt, dass ich es nachspielen wollte. Irgendwann habe ich dann auch Sachen von Brad Mehldau, Keith Jarrett und auch neuere Jazz Musiker gehört. Ich höre aber generell aus vielen Sparten Musik, z.B. auch klassische, Rock und Electro – ich denke das hört man auch an meiner Musik.


ANSTEHENDE TOUREN 2018:
Tour mit Torun Eriksen:
25. Mai 2018 BIX Jazzclub / Stuttgart
26. Mai 2018 das haus / Ludwigshafen
28. Mai 2018 domicile / Pforzheim
29. Mai 2018 Frankfurter Hof / Mainz

Photos: (1): Julian Camargo & Juliana Saib
(2) Thomas Pirot

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