WE ARE ROME

Mit WE ARE ROME (spielen mit der Berliner Band earnest and without you) holt das Peng-Team aus Mainz eine sehr interessante Band aus der Nachbarschaft (Schweppenhausen) in die Weisenauer Straße. Neben Solarkonzerten machen sie auch Musikvideos im umgedrehten MTV. Wer weiß, was ihnen zum Konzert im Peng am 11.5. noch so alles einfällt!

Am 11. Mai spielt ihr im Peng in Mainz. Ihr habt schon öfters in Mainz gespielt, doch noch nie im Peng in der Weisenauer Str. Was wisst ihr über den Ort und was erwartet ihr?

Tatsächlich habe ich (Moritz) früher schon zweimal Solokonzerte im Peng gespielt, damals noch in der Rheinallee und in der Altstadt. Privat habe ich die ein oder andere Peng-Party besucht. Daher weiss ich, dass es schon sehr oft umgezogen ist, bzw. umziehen musste und dass das Peng viele nette und kreative Menschen „beherbergt“ und auch anzieht. Insofern freuen wir uns auf ein schönes Konzert zusammen mit EAWY in Kooperation mit dem Peng.

In eurem Video zum Lied „Trip“, in dem ein Astronaut im Wald zu sehen ist, aber auch auf Facebook, beschäftigt ihr euch mit dem Thema „Kontrast“. Welche Kontraste setzt ihr musikalisch und thematisch um?

Die Idee zu „Contrasts“ kam uns während Hannes (unser Gitarrist) sein Auslandssemester in London verbrachte. Wir kommen alle aus kleinen ländlichen Dörfern und unser Proberaum ist ebenfalls in einem kleinen Dorf in einer ländlichen Idylle. Dort kennt jeder Jeden, alles ist irgendwie anders als in der Großstadt. Die Kontraste des Alltäglichen wie in der Weltmetropole London und einem kleinen Ort im Hunsrück fanden wir spannend und stellten diese in kleinen Clips da. Diese unterlegten wir mit neuer Musik von uns, die zum Teil einen thematischen Bezug hat.

Musikalisch ergeben sich Kontraste meist ganz natürlich, in Form von Klangfarben, Arrangements und der Produktion. Jedoch wird uns oft bescheinigt, dass unser Sound eher urban klingt, also gar nicht nach Dorfband. Das ist ja auch schon wieder ein Kontrast.

Das Video zu dem Lied „Neo Soul“ ist im ungedrehten MTV zu sehen. Wie wird sich das Musik-Konsumverhalten in der nächsten Generation verändern?

Schwierig zu sagen. Ich kann mir sowohl einen Trend in Richtung physisches Medium vorstellen – Vinyl lebt ja gerade wieder auf -, als auch eine immer weiter wachsende Entwicklung Richtung Musik-Streaming-Abos. Wahrscheinlich gibt es irgendwann einfach eine komplette Mediaflat, die man monatlich zahlt und dadurch auf alle Musik, Filme und Serien zugreifen kann … Solche Ansätze gibt es ja jetzt schon fast in Form von Amazon-Diensten. Einerseits natürlich für den Verbraucher toll, da schließe ich mich als Musikhörer nicht aus, andererseits blöd für uns bzw. Künstler allgemein, die daran immer weniger verdienen. Das alte Problem.

Vor ein paar Tagen habt ihr ein zweites Konzert mit ausschließlich Solarenergie gespielt. Wie kam es zu dieser Idee?

Die Idee hatte unser Gitarrist Hannes als er wieder mal durch die Natur bei uns im Kreis Kreuznach joggte. Als Musiker reist man sehr viel, meistens mit dem Auto oder dem Bus und verbraucht viel Strom, wirtschaftet also nicht besonders nachhaltig. Wir wollten wissen, was man dagegen tun kann und ob es überhaupt möglich ist, ein Konzert nur mit erneuerbaren Energien zu spielen, in diesem Fall Solarenergie. In Kooperation mit der Firma AXSOL und der TH Bingen ist das Projekt dann geplant, vorbereitet und schließlich im Juni letzten Jahres das erste Mal sehr erfolgreich durchgeführt worden. Das Konzert fand mitten im Grünen statt, kilometerweit entfernt vom nächsten Stromanschluss. Das Wetter hat super mitgespielt. Der komplette Strom für Instrumente und Musikanlage, sowie Kühlschrank für Getränke, kam von der Sonne. Alles in allem ist dies vor allem ein symbolischer Beitrag zu dem Thema Nachhaltigkeit gewesen, aber wir wollen damit zeigen, was möglich ist, wenn man nur will und andere Leute inspirieren, was auch schon gelungen ist, da wir für zwei weitere Solargigs angefragt wurden.

Ihr spielt im Peng mit der Band earnest and without you zusammen. Was habt ihr zu deren Musik zu sagen und wie passt sie zu eurer Musik?

Die Musik gefällt uns sehr gut, deshalb war es auch die Idee das Konzert zusammen zu spielen. Beide Bands haben elektronische Elemente in ihrer Musik und fokussieren auf Atmosphäre und Intensität. Earnest and without you haben, sofern ich das an den Stücken, die ich gehört habe, festmachen kann, einen experimentelleren Einschlag als wir, unsere Songs haben da doch öfter „klassische“ Poparrangements. Auf jeden Fall eine spannende und meiner Meinung nach passende Mischung und deshalb wird es ein gutes Konzert werden.

Ihr wart lange als Band getrennt voneinander. Welche Inspirationen hat jeder von euch von seinen Reisen mitgebracht und wie wird eure Musik in Zukunft klingen?

Ich weiss nicht ob die Reisen einen großen Einfluss auf unsere Musik haben oder hatten, das passiert dann, wenn überhaupt, eher unterbewusst. Der größte Einfluss kommt glaube ich immer von den  Künstlern/Künstlerinnen und Bands, die jeder von uns hört oder neu entdeckt. Wenn einer aus der Band gerade total auf irgendwas steht, hört man das meistens in den Demos, die derjenige dann produziert. Da aber an den meistens Songs vier Leute beteiligt sind, kommt dabei meistens eher ein Mischmasch, im positiven Sinne, heraus. Das ist dann unser Sound. Im Gegensatz zu unserer ersten EP „Wild Sines“ wird das neue Material, das Ende des Jahres erscheinen soll, mehr akustische Instrumente wie Klavier oder Akustik-Gitarren enthalten und stilistisch etwas breiter gefächert sein. Unsere Synthpop und 80’s Einflüsse sind aber immer noch da. Der erste neue Song, der zwar den Titel unserer EP trägt, nämlich „Wild Sines“, aber nicht auf ihr erschienen ist, gibt es im Juni zu hören. „Wild Sines“ ist eine sich immer mehr steigernde, 7-minütige, melancholische Hymne auf die wir sehr stolz sind. Der Song repräsentiert den Sound der anderen neuen Songs aber nur bedingt. Es bleibt also spannend!

Danke für das Interview!


Photos: WE ARE ROME Press

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