IMA KYO

Die Mainz/Stuttgart Band IMA KYO um Frontsängerin Maria Kaulbarsch fährt am Freitag, den 4.5.2018 groß auf: Release des Debütalbums Jetzt & Heute, Konzert im Schick & Schön (20:00) und Start der Tour durch Deutschland. Bevor es losgeht, stellt Fauves noch ein paar Fragen. Danach wünschen wir viel Erfolg und vor allem viel Freude am neuen Album!

Wer seid ihr und wie habt ihr euch gefunden? 

(Maria): Wir sind Maria, Winnie, Edu und Johannes, vier Musiker mit vier verschiedenen Frisuren und mittlerweile auch vier verschiedenen Wohnorten. Kennengelernt haben wir uns allerdings alle in Mainz – beim Jazzstudium an der Hochschule für Musik. Nach vier Semestern muss man da eine Art praktische Zwischenprüfung ablegen. Ich hab’ die Drei damals, also vor sechs Jahren, gefragt, ob sie mit mir diese Prüfung spielen würden, einfach, weil ich jeden von ihnen sehr mochte. So simpel ist das Projekt gestartet. Allerdings waren wir die ersten drei Jahre dann erstmal als Jazz-Standards spielendes „Maria Kaulbarsch Quartett“ unterwegs und hatten ehrlich gesagt längere Ruhe- als Aktivphasen.

Mir war zwar irgendwie klar, dass ich mit diesem Projekt meine eigene Musik spielen möchte, nur das Komponieren lief lange Zeit sehr schleppend. Leider bin ich eher perfektionistisch veranlagt, und das hat mich viel zu oft davon abgehalten, anderen noch unfertige Songideen zu zeigen. Zum Glück habe ich während der Arbeit an unserem ersten Album immer wieder gemerkt, wie schön es ist, auch mit Dingen rauszurücken, die in meinen Augen noch nicht ganz perfekt sind … denn dann bleibt ja noch ein gewisser kreativer Spielraum, in dem man bei den Proben herumexperimentieren kann.

Und nicht selten wird das Endergebnis sehr viel genialer, als man es sich alleine hätte vorstellen können. Winnie kann auf den Keyboards einfach jeden Sound bauen, den man will, Johannes bringt getrocknete Ziegenfüße (ja, Ziegenfüße) zur Probe mit, weil er der Meinung ist, dass deren Rascheln auf der Snare im Song „Momente“ bisher definitiv noch gefehlt hat und Edu sagt oft sehr wenig, bis er dann in einem meist unerwarteten Moment mit einer einzigen Idee das gesamte Arrangement veredelt…

Obwohl die Texte und Musik größtenteils von mir stammen, sind es oft die Details, finde ich, die die Songs von „Jetzt & Heute“ so schön und überraschend machen – und die stammen von uns allen.

Was genau können wir von eurem neuen Album „Jetzt & Heute“ erwarten? Was steckt drinne?

(Winnie): Schöne Musik mit guten Texten und einer ganz tollen Stimme! Pop und Jazz, Latin, Groove und Space. Von ganz klein bis ganz groß und machmal alles davon im selben Song. Ein Track ist von Moop Mama, einer ist ein Volkslied. Einer hat Saxophon-Wunderkind-Eruptionen, einer ist ein Duo mit Gitarre. Toypiano gibt’s, Grand Piano und Kontrabass, Loops und Synthieflächen und Samples und Geklapper und Gegroove … aber alles nur wenn man genau hinhört, weil es trotz aller Überraschungen immer eingängig und zugänglich bleibt – denn es geht um Geschichten. Und wenn eine Geschichte ein paar Minuten Chor und verzerrte Bässe braucht zum vollständig sein, dann kriegt sie eben auch das! Und am Schluss ist es ein kompaktes, einheitliches Ganzes geworden, mit dem wir total glücklich sind!

Was drin steckt? Ganz viel Liebe!!! Und ganz viel Bastelarbeit an Details. Aber vor allem Liebe!

Das Musikvideo zu dem Lied „Die Moral von der Geschicht’“ habt ihr in Lissabon gedreht, wo du lange gewohnt hast. Was hast du für Erinnerungen an den Ort? 

(Maria): Lissabon ist eine besondere Stadt – vor allem das Licht dort. Ich kann es schwer beschreiben, aber man hat selbst an einem Regentag das Gefühl, dass die Stadt leuchtet. Das war auch einer der Gründe, warum ich das Video dort drehen wollte. Vor fünf Jahren hab’ ich für ein halbes Jahr in Lissabon gewohnt und als ERASMUS Studentin dort eine sehr coole und ziemlich prägende Zeit verbracht. Natürlich gibt es da auch unglaublich viele Erinnerungen an die Stadt. Viele Ecken verbindet man mit Personen, die man dort getroffen hat, mit verrückten Aktionen, Musik und dem Gefühl der Auszeit, die Lissabon trotz „Studium“ für mich war.

Ich habe in der Zeit dort auch die ersten IMA KYO Songs schreiben können, weil ich den Kopf endlich mal frei bekommen habe … vielleicht gerade, weil keiner “offiziell” etwas von mir erwartet hat. In Lissabon kam mir auch die Idee, ein Toypiano für den Song „Marionette“ einzusetzen. Mein spanischer Mitstudent Jorge hatte mir ein kleines Keyboard ausgeliehen, damit ich auch in meinem WG-Zimmer üben konnte. Das Keyboard war allerdings wirklich verstaubt und der Pianosound hat mehr geklirrt und geqietscht, als wie ein Klavier zu klingen … Zurück in Deutschland war dieser Klang für den Song aber so wichtig geworden, dass ich nach einem Instrument mit ähnlichem Sound auf die Suche gegangen bin und dann hab ich das Toypiano gefunden.

Was habt ihr euch für die Zukunft musikalisch vorgenommen?

(Winnie): Maria soll erstmal Urlaub machen! Und dann schauen wir, dass wir mit einem zweiten Album da weiter machen, wo wir jetzt angekommen sind! Wir lernen gerade extrem viel auf allen möglichen Gebieten, weil wir halt alles selber machen.  Und weil wir so viele tolle Leute um uns herum haben, die uns helfen und mit denen wir uns austauschen können. Frankfurt, Mainz, Worms, Stuttgart, da geht schon was!! Wir haben eine kleine Tour zu Stande gebracht, und danach… geht es hoffentlich so weiter. Studio, Tour, Studio, Tour, Fame, Glamour, Skandale. Wie das halt so üblich ist im Jazz. Warten wir mal ab was die Zukunft bringt , und … mit was für Ideen Maria dann aus den USA zurück kommen wird.

Zu guter Letzt wollen wir natürlich nochmal eine Erklärung zum interessanten Bandnamen haben. Was heißt das?

(Maria): IMA KYO ist japanisch und heißt soviel wie Jetzt und Heute. Als Musiker ist man ja ein klangsensibler Mensch. Jeder ist sensibel für etwas Anderes und ich liebe es eben anderen Sprachen zuzuhören. In der Zeit, in der ich unseren bisherigen Namen „Maria Kaulbarsch Quartett“ unbedingt verändern wollte, hab ich gerade ein Buch eines japanischen Autors gelesen. Die Eigennamen in diesem Buch fand ich so klangvoll, interessant und irgendwie doch eingängig, dass ich mich mehr mit der Sprache auseinandergesetzt habe. Für IMA KYO hab ich mich entschieden, weil ich den Klang mochte und weil “Jetzt und Heute” ausdrückt, was mir beim Schreiben und Musikmachen wichtig ist – im Moment bleiben, nicht daran zu denken, was man schon geschrieben hat oder was andere erwarten könnten und sich dadurch einzuschränken, sondern einfach die Ideen zuzulassen, die eben gerade da sind.

Vielen Dank für das Interview! Kommt vorbei, am Freitag, den 4.5. um 20:00 live im Schick & Schön in Mainz!


Photos: IMA KYO Press

04.05. Mainz – Schick & Schön
10.05. Berlin – Prachtwerk
11.05. Dresden – Blaue Fabrik
12.05. Berlin – Cafe Tasso
14.05. Leipzig – Shredderei
18.05. Stuttgart – Jazzclub Kiste
20.05. Köln – Kulturcafe Lichtung
04.08. Landesjazzfest Rheinland-Pfalz – Frankenthal
04.10. Schwäbisch Gmünd – Kulturwerk
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