Live: Gregor McEwan

Das Zitat: “Maybe life isn’t about avoiding the bruises. Maybe it’s about collecting the scars to prove we showed up for it” könnte problemlos auf Gregor McEwans neue Platte From A to Beginning (2018) übertragen werden, die sich mit Themen wie Liebe, Zeit, Entschleunigung und einem Rückzug in die analoge Welt sehr intensiv und philosophisch auseinandersetzt. Am Dienstag, den 23.01., spielt er um 21:30 im schon schön in Mainz.

Hagen, so wie der gebürtige Berliner Singer-Songwriter eigentlich genannt wird, singt in seinen Liedern:  “I’ve grown too old / To die young now” (<< Rewind, Retrack, Rename, Restore), “Time runs by and / Time comes and ends / When time becomes time” in The Wrinkle in Time und auch “We’re too young for regrets / What’s now will soon be past” in Green Mile. Seine Lieder handeln davon, sich selbst bewusster wahrzunehmen in dem man seine Umwelt entschleunigt, raus geht aus der Blase der Internet-Schnelligkeit: “So much web, so little time” (You and I), sich Zeit nimmt und einfach mal sein Handy weglegt: “Please slow down / Take a break, turn off your phone (Blankets of Snow).

Rewind und retrack, heißt bei Gregor McEwan auch das Einbeziehen seiner Vergangenheit, seiner Kindheitserinnerungen – wie das bereits im Video zu Oh Daddy, Lied des alten Albums Much Ado about Loving (2014), zu sehen ist.

Neben der Zeit ist auch die Liebe, wie schon auf der Vorgängerplatte, ein wichtiges, aussagekräftiges Thema. Es scheint, als würde das neue Album ohne die, dem Hörer unbekannte Frau, nicht funktionieren. Gregor McEwan führt hier einen leidenschaftlichen Dialog und entwirft ein Bild von Liebe, die sich durch die Einheit im Hier und Jetzt, Raum und Zeit, definiert und das Anderssein des Anderen erkennt, respektiert und liebt (“So take me as I am
/ I take you as you are”).

Das Album klingt schließlich wie ein Ausbruch aus einer tiefen Traurigkeit, einer neugewonnen Freiheit (retrack und restore) und einer Möglichkeit, alles, was sich über die Jahre an Gefühlen und Gedanken angestaut hat, rauszulassen und mitzuteilen.  Das macht From A to Beginning höchst authentisch und glaubwürdig. „Goodbye loneliness, hey there togetherness“ und see you at schon schön!

Photo: Gregor McEwan Press

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