Live: Skepticals, Second Horizon & Noorvik

Ein Bass, ein Schlagzeug, zwei Mikrophone. Rockmusik kann so einfach sein. Skepticals, die Formation aus Mainz und Bad Kreuznach, sind Minimalisten. Wie so manche Band in den vergangenen Jahren machen sie ihre Musik lediglich zu zweit. Am Samstag, den 13. Januar um 19:30 Uhr, eröffnen sie im Peng den wie immer kostenlosen Konzert-Abend mit der Kölner Prog- und Doom-Band Noorvik und deren Kollegen von Second Horizon.

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Die Einflüsse und Vorbilder der Skepticals liegen quasi auf der Hand: Mehr noch als an die wohl derzeit prominentesten Duo-Bands The White Stripes oder The Black Keys erinnert ihr Sound an Death from Above 1979 und Royal Blood. In jeweils identischer Besetzung haben jene beiden schließlich eindrucksvoll bewiesen, was für eine mitreißende Dynamik man allein mit Bass, Schlagzeug und Gesang entwickeln kann. Musik zum Zucken, Zappeln, Tanzen oder Pogen.

Und doch steckt in den Skepticals noch ein bisschen mehr. Ein bisschen was vom wütenden Powerrock eines Danko Jones, eine Prise der Coolness des Black Rebel Motorcycle Club und eine Messerspitze der Düsternis der frühen Queens of the Stone Age. Die Skepticals liefern den schwitzigen Soundtrack für einen wilden Rock-n-Roll-Abend. Der Bass dröhnt, das Schlagzeug treibt und die Stimmen der beiden gleichberechtigten Sänger springen zwischen verspielter Harmonie und kreischender Ekstase.


Seit Anfang 2015 machen Bassist Patrick Christmann und Schlagzeuger Dominik Butnaru zusammen Musik. Ein Album haben sie bis dato noch nicht herausgebracht, dafür eine ganze Reihe an Demos. Aufnahmen, meist direkt aus dem Proberaum, die die raue Energie ihrer Live-Auftritte bereits erahnen lassen. Dass ein knalliges Bass-Riff oft am Anfang des Songwritings steht, wie Christmann erzählt, ist dabei nicht zu überhören. Nur gelegentlich ergänzen Samples und Synthie-Sounds das sehr ursprüngliche Arrangement.

Minimalismus prägt auch den Stil von Second Horizon, der zweiten Band des Abends im Peng. Wenn auch genau genommen nur, was die Texte angeht. Auf Gesang verzichten die Prog-Metaller aus Köln nämlich komplett. Stattdessen ziehen sie das Publikum mit vielschichtigen Songstrukturen, wuchtigen Riffs und dichter Atmosphäre in den Bann. „Eine Wanderung von der tiefsten Klamm zur höchsten Zinne und wieder zurück“ wollen Second Horizon ihren Hörern damit ermöglichen. Kein Wunder also, dass sich Dunkelheit und Licht in ihrer Musik permanent abzuwechseln scheinen.

Headliner des Abends sind schließlich Second Horizons kölsche Kollegen von Noorvik, die mit dem Konzert auch ihr selbstbetiteltes Debütalbum vorstellen. Auch sie kombinieren Einflüsse aus Prog, Doom und klassischem Rock zu rein instrumentalen Song-Gebilden. Am Ende entsteht dabei ein monumentaler Post-Rock-Sound, epische Erzählungen von Landschaften, Schlachten und mystischen Welten. Ein Noorvik-Song dauert selten unter acht Minuten. Und kann das auch gar nicht. Denn ansonsten wäre seine Geschichte nicht zu Ende erzählt.

Photos: Skepticals Press

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