Review-Nachtrag: Mudwell (Folk) im Heaven, Wiesbaden

Ausnahmsweise mal was von der anderen Rheinseite: Es sprudelte wieder. Blubb. Blubb. Die kleinen Blubberblasen schossen nach oben und gelangten endlich aus dem Untergrund an die Oberfläche. Allerlei kurioses und fantastisches Material erblickte die Oberfläche.

 

Ebenso – eventuell, man munkelt, sind die einleitenden Worte dieses Reviews auch hiervon inspiriert worden – verhält es sich mit dem Singer-Songwriter, der sich passenderweise Mudwell (‚Mud’ wie Schlamm und ‚well’ wie Quelle, aber auch gut, wohl) nennt und vor einer Woche im Heaven in Wiesbaden seine künstlerische Schlammquelle angeschmissen hat und dem Publikum einen wunderbaren Mittwochabend in der verregneten Wintereinöde beschert hat. Mudwell, mit bürgerlichem schlammlosen Namen Luca, bekannt aus seiner Ursprungsband The Blind Circus und seiner aktuellen Wiesbaden-Kombo Tramlites, bot dem Publikum einen Auftritt, der uns mal kurz die Sorgen und den Sonnenmangel vergessen ließ.

 

Mit seiner Mundharmonika, die er sanft und ausdrucksstark über seine Lippen tanzen ließ, und seiner vom stetigen feinen Fingerpicking veredelten Gitarrenperformance, offenbarte Mudwell ein breites Repertoire an Songs, die mit ihren positiven Vibes das Publikum in seinen Bann zogen. Neben seinen eigenen anfangs chillig und ruhig daherkommenden Songs, die im Laufe des zweiten und dritten Sets mehr und mehr von schnelleren und aufbrausenden Liedern abgelöst wurden, baute er auch exzellente Covers Songs wie ‚Sugar Man’ von dem von ihm bewunderten Sixto Rodriguez oder The Devil Makes Three’s Old Number 7 ein, die durch Mudwell’s super-sympathische und authentische Art mitreißend und herrlich rüberkamen.

 

Natürlich sind wir mit unserem Fauves-Team eher in der Mainzer Musikszene unterwegs, doch hinterließ dieser Auftritt  ein kleines vorzügliches Ideelein in meinem Kopf: Mudwell sollte mal seine Blubberblasen in Mainz von sich geben. Wir hoffen es, denn Luca bereitet Spaß und wird dem Publikum auf jeden Fall eine entzückende Schlammschlacht bieten! Also, liebe Mainzer Freunde der guten Musik, behaltet euch den Namen Mudwell im Gedächtnis, 2018 könnten mit dem Erscheinen seiner ersten Platte weitere musikalische Eruptionen folgen.

Noch ein kleiner Hinweis zur Location: Das Heaven hat sich in den letzten zwei Jahren als eine der beliebtesten Bars in Wiesbaden etabliert und überrascht immer wieder mit neuen kreativen Events (Rundlauf-Action in der Ping-Pong Week unter Soulfunkbeats beispielsweise). Natürlich heißt das Heaven alle Musikliebhaber und Nachtschwärmer willkommen…

 

 

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