Live: Digger Barnes

Die Songtexte von Digger Barnes erinnern an einen Roman von Jack Kerouac. Seine Lieder spiegeln seine Sehnsucht und Verlangen nach dem Reisen wider und begleiten ideal die Prosatexte von Franz Dobler. Beide sind sie heute im schon schön in Mainz zu sehen. Beginn ist 20:00 (Einlass 19:30).

Was hat dich an Digger Barnes aus der TV-Serie Dallas fasziniert, dass du dich nach ihm benannt hast?

— Der Name war keine frei Willensentscheidung, sondern wurde mir ursprünglich für eine Einwegaktion gegeben, und wie es dann so ist mit Namen, man bleibt einfach drauf hängen.

Deine Musik nimmt großen Einfluss auf den Western Americana. Welche Einflüsse sind das genau genommen (Film / Musik / Fernsehen)?

— In erster Linie sind es Stimmungen und Atmosphäre, auf die ich selbst anspringe. Das kann ein einfacher Countrysong, ein Comicheft, oder ein Film Noir sein. Erfreulich ist natürlich immer, wenn diese Formate dann auch noch mit Inhalten gefüllt werden. In meiner Musik versuche ich all diese Einflüße zu vermischen. Malerei, Film, Literatur haben mich ebenso geprägt wie gute Musik aus aller Welt.

Richtung Westen fahren ist eine wiederkehrende Thematik in deinen Liedern. Wie sieht dieser Westen für dich aus? Ist es eine Idee, Symbol? Ein Ort?

— Es geht ums Unterwegssein. In Bewegung sein ist alles! Es verändert die Perspektive und wirft Fragen auf. Das ist metaphorisch so, aber auch ganz real. Wenn ich zu lange an einem Ort verweile, bekomme ich schlichtweg schlechte Laune. Die Sehnsucht nach einem besseren Ort kann ein ungemeiner Antrieb sein. Das Ankommen ist dabei eher zweitrangig. Man kann es sich überall auf der Welt gemütlich machen, ich fühle mich am wohlsten mit 120 kmh auf dem Highway.


Du singst viel über das In-Bewegung-Sein. Schreibst du die besten Lieder, wenn du reist und in Bewegung bis und Leute triffst? Oder entstehen deine Songs im Kämmerchen, nachdem alles schon passiert ist?

–Das Reisen ist immer eine gute Inspiration. Man hat eine andere Perspektive auf die Dinge, die einem begegnen, ist aufmerksamer und muß wach sein. Sobald ich on the road bin, kommen Ideen, ganz automatisch. Das Ausarbeiten ist dann manchmal ein langer Weg und passiert meist in der Abgeschiedenheit von Nordspanien, wo ich meinen Wohnwagen bei Freunden fest geparkt habe.

Interview: Alex Baumhardt
Photo: Digger Barnes Press

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