Tonkombüse (Jazz)

Morgen, 13. November 2017 um 21:00 (Einlass 20:00) spielt das Mainzer Trio “Tonkombüse” im Schick&Schön. Sehr lässige Jazzmusik mit Piano-, (Kontra-)Bass- und Drumklängen. Wer am Montag Abend noch nichts vor hat, sollte unbedingt mal im Schick&Schön vorbeischauen. 

Wir haben uns zuletzt in Interviews sehr an Liedtexten orientiert. Bei euch gibt es Instrumentalmusik. Habt ihr euch bewusst gegen Texte entschieden, oder gibt es auch Lieder mit Gesang?

Tatsächlich spielen wir reine Instrumentalmusik. Wir hatten riesige Lust darauf, in einer klassischen Triobesetzung Instrumentalmusik zu machen. Die dann allerdings nicht so kompliziert klingen soll, wie das im Jazz oft der Fall ist, denn wir wissen, dass Musik ohne Gesang für die Zuhörer anstrengender sein kann. Dem wollen wir entgegenwirken, indem wir nicht nur selbst Spaß am musizieren haben sondern den Fokus darauf legen, den Spaß auch dem Publikum zu vermitteln. Und außerdem sind wir keine guten Sänger. 😀

In welcher Besetzung spielt ihr?

Gabriel Belinga Belinga am Klavier, Tobias May am (Kontra-)Bass und Philipp Volkert am Schlagzeug. Zwar probieren wir viel aus und hatten anfangs in den Proben Synthesizer und Laptop mit eigens produzierten Effekten und Samples dabei, haben das dann aber irgendwann weggelassen. Nur mit drei Instrumenten klingt es für uns ehrlicher und ermöglicht uns mehr Spontaneität.

Seit wann spielt ihr zusammen und wie ist jeder von euch zur Musik gekommen?

Tobi und Phil musizieren schon seit der Schulzeit miteinander. Zu dritt sind wir in wechselnden Konstellationen seit 2010 zusammen unterwegs. Seit ca. zwei Jahren gibt es die Tonkombüse. Gewachsen aus dem Wunsch, eigene Musik zu spielen in einer Konstellation, in der alle Instrumente gleichwertig sind. Außerdem sind wir einfach richtig gut befreundet und freuen uns, dass wir uns durch das gemeinsame Musizieren regelmäßig sehen und zusammen unterwegs sind.

Habt ihr immer schon die Jazzmusik gemacht oder aus welcher Ecke Musik kommt ihr?

Nein, davor eigentlich kaum bzw. gar nicht. Zwar sind wir alle Jazz-interessiert, haben aber Wurzeln in diversen anderen Ecken. Phil kommt eher aus der Metal-Ecke und hat schon Slipknot-Songs runter geknüppelt, Tobi war und ist Gitarrist und hat von klassischem Rock bis Funk auch schon alles gemacht. Gabriel ist wohl der größte Jazzfan in der Band, steht aber mindestens genau so sehr auf guten Hiphop. Das fließt bestimmt alles irgendwie mit ein.

Wir sind uns übrigens gar nicht so sicher, ob unsere Musik tatsächlich Jazz ist. Ein besser passendes Genre fällt uns aber auch nicht ein. 😀

Welche musikalischen Vorbilder habt ihr?

Ganz schwer zu sagen. Wir sind recht offen für alles. Gabriel hört zum Beispiel gerade „The War On Drugs“ rauf und runter und war einen Tag vor unserem Konzert in Düsseldorf letzte Woche in Köln auf deren Konzert. Ob sich sowas dann auf unsere Musik auswirkt — möglich, aber nicht beabsichtigt. Wir versuchen, da immer ganz intuitiv ranzugehen. Einer kommt mit einer Melodie, ein paar Akkorden oder einer fertigen Songidee in die Probe und dann machen wir was draus. Vorbilder, an denen wir uns orientieren, gibt es nicht.

Erreicht ihr mit dem Jazz ein großes Publikum oder läuft es wie im Folgenden Witz, den sich Musiker untereinander erzählen: Ein Bluesgitarrist spielt 3 Akkorde vor 500 Leuten, der Jazzguitarrist spielt 500 Akkorde vor 3 Leuten.

Da wir auch eher 3 statt 500 Akkorde spielen, erreichen wir tatsächlich ein für uns erstaunlich großes Publikum, was uns sehr freut. Wir haben keine Lust darauf, kompliziert zu klingen, sondern versuchen, bei einfachen, gut klingenden, groovigen Fundamenten zu bleiben. Mag Ohren, die 500 Akkorde zum genießen brauchen, nicht gefallen, aber wir haben großen Spaß daran. Und unser Publikum — das oft gar nicht aus der Jazzecke kommt — hoffentlich auch!

Photos: (1): Stephan Presser Photography; (2):www.schiebezimmer.de

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