Ulf Glasenhardt (Koordinator Kulturprogramm, Kulturzentrum Mainz – KUZ)

Ulf Glasenhardt ist neuer Koordinator des Kulturprogramms des KUZ in Mainz. Das Fauves Magazin entlockt ihm ein paar Informationen zu seinem Musikgeschmack und fragt, was er unter einem “KUZ Charakter” versteht.

Wie siehst du das Verhältnis der Stadt Mainz zur Musikszene? Die Mehrheit der Interviewten berichten, dass Räume für alternative Musik in Mainz gekürzt werden. Wie ist dein Standpunkt?

— Wenn man jetzt in Anbetracht zieht, dass die Planke schließt, könnte man denken, dass die Stadt nichts für eine alternative Kultur tut. Mit dem Erhalt vom KUZ ist es doch aber definitiv so, dass ein Raum für alternative Kultur bewahrt wird. Ich denke schon, dass es von der Stadt Mainz ein Statement ist, wenn sie sicherstellt, dass das KUZ durch die Sanierungsmaßnahmen erhalten bleibt. In diesem Fall kann man schon sagen, dass für die Kultur etwas getan wird.

In einem anderen Interview war auch die Rede von der Schließung des Bauwagens am Rhein. Der Bauwagen wurde von einer Mainzerin betrieben. Sie hat sehr viele Musiker eingeladen, um bei ihr zu spielen. Wegen Beschwerden von Anwohnern musste dieser Ort schließen. Viele meinen, dass man in dieser Angelegenheit nicht richtig im Dialog mit der Stadt sein konnte und man kein zufriedenstellendes Ergebnis für beide Seiten fand. 

— Dieses Problem gibt es ja in vielen Großstädten unter anderem auch in Wiesbaden. Wo etwas passiert, gibt es halt eine gewisse Lautstärke. Ich denke, dass die Leute, die ein urbanes Stadtleben haben wollen -kurze Wege um schnell was erleben zu können- in Kauf nehmen müssen, dass es dort, wo man wohnt, lauter ist, als in ruhigen Vororten wo vielleicht auch weniger passiert.

Kommen wir direktement zu dir und zum KUZ. In vielen Pressemitteilungen zum KUZ liest man immer wieder etwas zu einem “KUZ Charakter”. Für mich wird dieser Charakter ziemlich grob beschrieben. Könntest du kurz darauf eingehen, was für dich der KUZ Charakter ausmacht?

— Als wir im April mit “KUZ unterwegs” anfingen, hatten wir eine große Eröffnungsparty in der Halle 45, danach gab es eine Tanz-in-den-Mai-Party mit Musik auf zwei verschiedenen Floors. Da waren viele Leute die mir gesagt haben: “Das ist ja wie früher, wie im KUZ, das ist ja so ein KUZ Gefühl!”. Ich habe mich dann mehrmals gefragt: “Ja, was ist denn das KUZ Gefühl?”.  Auf die Frage haben mir alle geantwortet, dass für sie das KUZ Gefühl beinhaltet, dass man in das KUZ so hingehen kann, wie man ist, ohne dass man sich verstellen muss oder sich Gedanken machen muss, ob ich da jetzt mit meinen Klamotten reinkomme oder nicht. Ich denke, das beschreibt ganz gut den KUZ Charakter, jeder ist willkommen und niemand wird ausgeschlossen.

 

Gilt das auch für die Musik im KUZ oder legt ihr da einen Fokus?

— Grundsätzlich wird es im KUZ mehr Subkultur als klassische Konzerte geben. Ich denke aber, dass das KUZ für alle Musikrichtungen offen sein sollte.

Auf der KUZ Homepage steht auch, dass du vor hast, kleinere Projekte zu unterstützen. Wie soll das genau ablaufen? 

— Natürlich sind Konzerte für 1000 Leute auch kommerziell: 1000 Leute die Eintritt zahlen, 1000 Leute die trinken. Der große Raum mit seinem Umsatz soll also den kleinen Raum unterstützen. Der kleine Raum soll kleineren Initiativen Raum und Chance geben, etwas veranstalten zu können. Das KUZ soll Anlaufstelle für die Kulturszene sein, um ein Projekt professionell umsetzen zu können.

Welche Musik hörst du gerne?

–Ich bin relativ offen, was Musik angeht. Privat höre ich eher immer noch viel Indie Kram, mag aber auch Bands wie Pascow, Turbostaat oder Findus.

Wenn jetzt diese ganze Arbeit rund um das KUZ vorbei ist, welches Lied wirst du dir als Belohnung im KUZ anhören?

–Boah, fiese Frage. Natürlich hat ja jeder so all-time favorites, die habe ich definitiv auch. Ich probiere es erstmal auf Bands runterzubrechen: The Strokes, erstes Album (Is this it, 2001). Da sind nur Hits drauf. Bin auch immer noch ein großer Fan von den Hives. Die Band, die ich fast am häufigsten gesehen habe, sind The Thermals, es wird wohl irgendwas von diesen drei Bands sein.

Musik aus allen Bereichen, da freuen wir uns doch sehr auf die Eröffnung des Kulturzentrums (KUZ) in Mainz!

Photo KUZ: https://www.kulturzentrummainz.de/

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