Mine & Band

Foto: Simon Hegenberg http://www.simonhegenberg.de/

Das schon schön feiert am 17.11 seinen 7. Geburtstag. Als kleines Geschenk gibt keine geringere als die gebürtige Mainzerin Mine mit ihrer Band ein Konzert im Club. Beginn 20:00 (Einlass 19:30). Tickets gibt es hier. Im Interview mit FAUVES geht es um das neue Album mit Fatoni, die Mainzer Musikszene und Mines Zukunftspläne.

Erstmal vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, ein Interview mit uns zu führen. Vor allen Dingen: Herzlichen Glückwunsch zum Album Release mit Fatoni (“Alle Liebe nachträglich”). Die Frage aller Fragen, die uns Leser von fauves.de natürlich auch interessiert: Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen und doch so interessanten Kollaboration mit dem Rapper Fatoni?

Ich kenne Fatoni schon seit einiger Zeit. Wir haben uns vor 4 Jahren kennengelernt weil ich ihn über das Internet für ein Feature angefragt hatte. Wie haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden und waren seither Freunde. Wir feiern auch einfach oft Dinge auf die selbe Art und da bekommt man immer Bock miteinander zu arbeiten. Die Idee entstand in Wiesbaden im Schlachthof als Fatoni Support für Fettes Brot gespielt hat und wir ein bisschen sehr einen im Tee hatten. Dann kam der Song „Formidable“ von Stromae. Und dann kamen wir irgendwie darauf.

Das spannende an eurem Album ist, dass es auf der einen Seite Lieder gibt, die sehr “Mine-like” klingen und an dein letztes Album “Das Ziel ist im Weg” (2016) erinnern, wie z.B. “Alle Liebe Nachträglich” und “Mon coeur”, und auf der anderen Seite Lieder wie “Erdbeeren ohne Grenzen” auf der Platte sind, die durch deinen Rap sich an den Stil von “Fatoni” anpassen. Da unsere Theorie natürlich auch unsere Theorie bleibt, möchten wir gerne wissen, welche Elemente des Mine-Stils sich mit welchen Elementen des Fatoni-Stils vermischt haben.

Wir haben das gar nicht groß geplant, wie wir das machen mit dem Mix. Da ich die Platte produziert habe, klingt sie musikalisch bestimmt an vielen Ecken eher wie meine Musik als wie Fatonis Beats. Ich würde sagen, die Platte ist unsere gemeinsame Geschmacksschnittmenge, aber das ist eher einfach so passiert. Wir sind auch textlich beide ein bisschen von dem abgerückt was wir sonst tun. Fatoni hatte sich in seiner Musik bisher nicht mit dem Thema Liebe befasst und ich hatte nie vorher so direkte Texte geschrieben.

Im Lied “Romcom” geht es um ein Paar, das einen Dialog führt, der, durch das Ungesagte zwischen Beiden, im Unterton die Abneigung und das Nicht-Verstehen in der Beziehung des Paars darstellt. So ein Lied ist ja auch in gewissem Sinne Verarbeitung von eigenen Erfahrungen. Habt ihr in den Liedern gemeinsame Erfahrungen verarbeitet oder habt ihr euch da thematisch abgewechselt?

Grundideen kamen meist von einem von uns beiden. Wir haben uns dann zusammengesetzt und viel über das Thema geredet und oft ähnliche Erfahrungen gesammelt. Wenn einer von uns nicht weiterkam, haben wir zusammen weitergesponnen und dann hat sich jeder wieder zurückgezogen und allein den eigenen Text fertig gemacht. Natürlich beziehen sich unsere Parts aber auf unterschiedliche Situationen, weil wir nicht in einer gemeinsamen Beziehung waren. Aber dafür gibt es ja Empathie.

In Mainz ist zurzeit ein wenig Untergangsstimmung was die Clubszene betrifft. Die Planke Nord, die über einige Jahre ein wunderschöner Veranstaltungsort für Künstler aus aller Welt war, muss nun schließen. Ein SENSOR Artikel wurde kürzlich mit “Ausgefeiert. Ist die Mainzer Partyszene am Ende?” betitelt. Was hälst du davon? Was würdest du dir für die Mainz Club/Veranstaltungsort-Kultur wünschen? Am 17.11. feierst du ja zusammen mit dem Club schon schön sein 7-jähriges Bestehen.

Tatsächlich war die Mainzer Clubszene ja nie wirklich groß. Als Konzertinstanzen gab es vor allem das schon schön und den Frankfurter Hof. Die beiden stehen ja zum Glück noch, aber insgesamt finde ich, da dürfte schon einiges mehr gehen. Untergangsstimmung hoffe ich nicht zu befürchten. Durch die massige Anzahl an Studenten ist genügend Nachfrage da und die wird hoffentlich auch wieder aufgefangen.

Du wohnst ja mittlerweile in Berlin. Was fehlt dir als ehemalige Mainzerin von unserer Stadt?

Oh, vieles. Als allererstes meine Freunde, die ich kennengelernt habe. Shoutouts an dieser Stelle! Aber auch der Rhein und der Gonsenheimer Wald. Ich mag, dass es eine recht gediegene Stadt ist. Ich hatte immer eine Wohlfühlbeziehung mit der Stadt :).

Bestehen zurzeit Pläne, wieder ein eigenes Album -ohne Fatoni- zu machen … oder sogar mit einem anderen Musiker?

Ja, ich habe sogar schon die Hälfte für das nächste Album geschrieben, aber bis das kommt, dauert es mindestens noch ein Jährchen. Jetzt kommt erstmal die Orchesterplatte vom Konzert in Berlin im April. Die ist so gut wie fertig und kommt Anfang 2018.

Mine, es war uns eine Ehre! 

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