Bergfilm (Electronic, Pop)

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Die Kölner Band Bergfilm spielt am Dienstag, den 24. 10. um 21:30 (Einlass: 20:30) im schon schön. Ihr Debüt Album “Constants” ist ein äußerst gelungenes Album. Neben poppig und tanzbaren Liedern gibt es auch ruhige, einfühlsame Lieder zu hören. Von großem Interesse war für uns die Kunst des Albums, das Albumcover, die Songtexte und die dazugehörigen Videos. Unser Interview wird vertiefend darauf eingehen.

Zunächst zum ersten Song “Open Here”, der uns ganz besonders gefällt, da er sehr Klang-gewaltig beginnt und dann sehr melodisch wird und ziemlich gut auf das Album einstimmt. Vor allen Dingen ins Ohr und Auge sticht der Text. Ihr singt “Still open here / I know all your tears will stop there“. Könntet ihr genauer darauf eingehen, was hinter der Tür ist, was dieses “there” ist?

–Arthur: Hinter der Tür warten, um bei dem Vergleich zu bleiben, meine offenen Arme. Es ist eine persönliche Erfahrung im Umgang mit einer schweren Krankheit. Am Ende ist aber wichtig was der Hörer damit verbindet, weil ich das nicht genauer erklären kann.

Spannend finden wir auch euer Video zu dem sehr tanzbarem und einprägsamen Lied “California”. Wenn man jetzt nicht auf den Text schaut, wirkt das Lied recht fröhlich. Beim Anschauen von Text und Video, wendet sich das jedoch hin zum Verbitterten. Im Video ist eine Frau zu sehen, die in einer sehr minimalistisch und steril eingerichteten Baracke wohnt (oder arbeitet?) und sich im Bad zur Musik von einer Kassette schminkt, tanzt und singt – das wirkt fröhlich. Irgendwie wendet sich dann aber diese fröhliche Stimmung, denn man sieht sie auf der Bühne und merkt, dass sie sich da doch recht hinterlistig und gemein verhält, indem sie nämlich eine auf einem Stuhl sitzende Person auf der Bühne, der die Hände gefässelt sind, alleine lässt und das Licht ausmacht.

Beinhaltet das Lied einen Dialog zwischen den im Video auftretenden Personen? Wie kam es zu dieser Video-Idee?

–Manu: Das Video hat das Kölner Kollektiv “WhoAreWeAnyway”, die aus dem Dunstkreis der Bild und Tonfabrik stammen, gedreht und auch das Storyboard geschrieben. Wir fanden den Kontrast, der fröhlichen Musik und der trostlosen Ästhetik sehr passend.

–Arthur: Der Song handelt davon jemanden zu verlassen und die Leere die dann bleibt mit Wut zu füllen. Die Videomacher haben die Perspektive umgedreht und die Sicht einer selbtbewussten Karrierefrau genutzt. Finde ich gut, wenn die Ebene der Interpretation sich verdreht. Wie schon oben beantwortet: Am Ende ist die Perspektive des Hörers wichtiger!


Woher kommen eure Musik-Einflüsse? 

–Manu: Unsere musikalischen Einflüsse sind sehr unterschiedlich. Im Entstehungsprozess des Albums haben wir uns viel an den frühen Achziger Jahren orientiert. Bei “California” zum Beispiel war der Effekt auf Phil Collins Stimme bei “In The Air Tonight” das Vorbild für die Gesangsaufnahmen. Ansonsten haben wir aber einen sehr heterogenen Musikgeschmack ohne Genregrenzen. Auf ein paar Künstler können wir uns aber alle einigen (Metronomy, Whitest Boy Alive, James Blake etc.)

–Arthur: Als wir begonnen haben, haben wir über Einflüsse nicht gesprochen. Da ist dann erstmal der Einfluss von jedem Einzelnen der den Sound beeinflusst. Wenn man beginnt darüber zu sprechen und sich versucht einig zu werden, dann fangen die Probleme an 😉

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Letzte Frage: Was genau ist das da auf eurem Albumcover? Wie ist dieses Ding ein “Sinnbild” für euer Album? Hat es eine Beziehung zu der Thematik?

–Manu: Das Objekt des Albumcovers visualisiert den Titel “Contants”. Der mathematische Begriff der Konstanten verstehen wir in diesem Kontext als all die Personen, die Beziehungen, Liebschaften, und Familie, die auf dem Album die Themen vorgegeben haben.

–Arthur: Konstanten aus meinem Leben, die dann oft doch nicht so konstant waren. Dass der Begriff eher in der Mathematik Gebrauch findet, fanden wir zusätzlich spannend. Es bildet die notwendige Distanz zum Inhalt und das Cover greift das auf.


TUE 24 OCTOBER
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WED 22 NOVEMBER
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