JOCO: Into the deep

Die Band JOCO besucht am 28.10 um 20:00 (Einlass 19:30) das schon schön in Mainz. Grund genug, uns einmal das neue Album “Into the Deep” vorzunehmen.

Anfangs möchten wir natürlich auf das besonderste Merkmal eurer Band JOCO eingehen: Es singen zwei Schwestern wunderschön harmonisch zusammen. Wie funktioniert so etwas und wie kamt ihr dazu, zusammen zu singen, zusammen Alben zu machen?

— Josepha: Wir sind mit Musikmachen aufgewachsen. Zuhause stand immer alles voll mit Instrumenten und wir und unsere zwei Brüder konnten viel ausprobieren, Unterricht nehmen und in verschiedensten Bands unsere Erfahrungen machen. Zweistimmig singen ist absolut unser Ding! Wir komponieren, singen und spielen alle Instrumente selbst – alles zu zweit. Seit vielen Jahren sind wir ein eingespieltes Team. Ob im Studio oder live auf der Bühne, wenn wir zusammen Musik machen verstehen wir uns blind. Wir wollen in unserem Leben das machen, worauf wir Bock haben und dazu gehört eigene Musik machen Alben produzieren und auf Tour fahren.

Neben dem Gesang spielt das Klavier in eurem neuen Album “Into the Deep” (August 2017) die entscheidende Rolle. Es baut Spannung auf wie z.B. im Lied “Thinking of you”, “Lost Keys” oder “No Turning Back” und begleitet rhythmisch wie in “Kopfkarussell” oder “Full Moon”. Könnt ihr etwas zur Geschichte eurer Klavier-Karriere sagen? Es hört sich so an, als hättet ihr schon immer zum Klavierspiel gesungen.

— Cosima: Das Klavier spielt eine große Rolle bei uns. Es ist mein wichtigstes Instrument, nicht zuletzt deshalb produzieren wir gerne im Abbey Road, denn die Flügel und Klaviere, die alte Celesta etc. dort im Studio 2 sind für mich ein Traum.

Ich spiele schon ewig Klavier und hatte als Teenie schon mit ungewöhnlichen Akkordfolgen oder interessanten Wendungen experimentiert, eine Standard-Klavierbegleitung hat mich oft gelangweilt. Später wollte ich der Sache weiter auf den Grund gehen und habe in Holland am Konservatorium Klavier studiert.

Unsere Instrumentierung bei JOCO ist minimalistisch, wir spielen alles mit unseren 4 Händen, aber am Klavier habe ich harmonisch alles in der Hand. Dazu kommt Josepha mit den Beats, manchmal meine E-Gitarre und natürlich unser zweistimmiger Gesang. So ist der Sound für uns komplett, er bleibt luftig, ballert nicht alles zu und entwickelt seine eigene Größe.

Ihr habt mit Steve Orchard, der Alben von Coldplay, Björk und Paul McCartney mitgestaltet hat, das letzte Album “Horizon” (2015) und das jetzige Album “Into the Deep” (2017) in den Abbey Road Studios in London produziert. Könnt ihr uns ein bisschen erzählen, was für eine Erfahrung das war, und wie Orchard eure Musik beeinflusst hat?

— Josepha: Unser Produzent Steve Orchard ist Brite und kennt das Abbey Road durch viele Produktionen dort sehr gut. Kennengelernt haben wir Steve über die Gitarrenlegende Peter Weihe, der hat ihn uns vorgestellt. Steve hat ein sehr gutes Gefühl für unsere Musik. Er versteht es, den richtigen Moment einzufangen und unseren Songs das richtige klangästhetische Gewand zu verleihen. So ein Blick von außen von einem dem du vertraust ist wichtig, da können wir den Kopf abschalten und völlig in die Musik tauchen. Für die Produktion von „into the deep“ sind wir für ein paar Wochen nach London gezogen und haben im Abbey Road und im RAK Studio aufgenommen. Das Abbey Road hat eine wahnsinnige Atmosphäre, man spürt, dass es ein Ort von großer Musik ist. Für uns gibt’s nichts Schöneres als dort unsere eigenen Songs einzuspielen.

Abbey Road Studio. Photo: naturallywood.net

Eines der schönsten Lieder auf dem neuen Album ist für uns “Bavaria”, weil es sehr ruhig ist und irgendwie auch am besten zu eurem Albumtitel “Into the Deep” passt. Könntet ihr uns kurz aufklären, woher ihr die Stimmung für das Lied bekommen habt…und welche Bilder ihr im Kopf habt, wenn ihr dieses Lied singt?

— Cosima: „Bavaria“ ist eine Hommage an die Jugend. Es gibt Erlebnisse oder Begegnungen von ganz früher, die wirst du nie vergessen und die werden dich immer begleiten, egal wie viele Jahrzehnte das schon her ist. Die Erinnerungen bleiben das ganze Leben bei dir und gehören zu dir: what was sown in your youth won’t wither and dry, what was blooming in your youth will never completely die.

Tickets:
http://kj.de/F5
http://www.eventim.de/joco

25.10. Hamburg, Mojo
26.10. Köln, Stadtgarten
28.10. Mainz, Schon Schön
29.10. München, Kranhalle
30.10. Leipzig, Neues Schauspiel
31.10. Berlin, Maschinenhaus

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